In der Innenstadt von Köln waren über 1.500 Polizisten im Einsatz. Am Hauptbahnhof wurden offenbar mehrere hundert Männer festgesetzt. Andere wurden aus Zügen geholt und kontrolliert. Die Polizei sagte, daß die Verdächtigen «der Klientel vom letzten Jahr» ähnelten.

Von einem Extrem ins andere: Letztes Jahr kam es in Köln zu sexuellen Übergriffen während der Silvesternacht. Der Polizei wurde damals Versagen vorgeworfen. Dieses Jahr war die Polizei anscheinend besser vorbereitet. Doch wie n-tv berichtet, kam es am Kölner Hauptbahnhof offenbar zu Selektionen nach Hautfarbe durch die Polizei.

In einem Sicherheitskonzept, das die Polizei vor der Silvesternacht vorgestellt hatte, war die Rede von Taschenkontrollen, Lichtmasten und Kameras rund um den Kölner Dom. Das eine Art «Vorsortierung» der Feiernden nach Hautfarbe geplant war, wurde in dem Konzept nicht erwähnt. Doch genau dazu scheint es in Köln während der Silvesternacht gekommen zu sein.

 

Wie n-tv berichtet, wurden am Ausgang des Kölner-Bahnhofs der zum Vorplatz führt, eine «Zwei-Tür-Politik» angewendet. Wer durch die linke Tür gehen durfte, kam direkt auf den Platz vor dem Bahnhof und konnte feiern. Wer durch die rechte Tür gehen musste, wurde dort von der Polizei in Empfang genommen und zu einer Kontrolle der Personalien in einem Polizeibus weitergeschickt.

Die Entscheidung, wer links durchgehen darf und wer nach rechts muss, wurde von Polizeibeamten scheinbar nur nach dem Aussehen und in Sekundenbruchteilen getroffen. «Wer nicht im engeren Sinne weiß ist und nicht in Begleitung einer Frau, muss fast immer die rechte Tür nehmen», schreibt Christoph Herwatz in seinem Beitrag für n-tv.

Laut der Bundespolizei habe man eigentlich nicht vermutet, viel «Klientel» in der Silvesternacht am Bahnhof anzutreffen. Die Landespolizei prüfte in der Nacht bei 650 Personen die Identität, nahm 29 in Gewahrsam und 6 fest. Polizeipräsident Jürgen Mathies sprach zwischenzeitig von etwa 1000 Personen, die «polizeilichen Maßnahmen zugeführt wurden».

Метки по теме: ; ;