In der russischen Teilrepublik Dagestan ist dem russischen Inlandsnachrichtendienst eine Terrorzelle ins Netz gegangen. Sieben mutmaßliche Anhänger des Islamischen Staates wurden von der Anti-Terrorabwehr verhaftet. Laut der russischen Tageszeitung „Prawda“ planten die Islamisten während der Weihnachtsfeiertage Anschläge auf den Roten Platz in Moskau.

Von Christian Saarländer

Ein IS-Emissär in Syrien soll den Auftrag an die Terrorzelle gegeben haben, berichtet die Nachrichtenagentur RIA Novosti unter Berufung auf Sicherheitskreise. Bei der Durchsuchung der Terrorzelle wurden Schusswaffen, Granaten und Munition beschlagnahmt. Zudem seien dort Bauelemente für Selbstbau-Sprengsätze gefunden worden.

Wie die Zeitung Prawda berichtete, wurden die Terroristen im Internet angeworben und ihr Auftrag war es Anschläge auf dem Roten Platz in Moskau zu verüben, der während der Neujahrstage viele Besucher anzieht – auch aus dem Ausland. Bereits Mitte Dezember verhaftete der Inlandsnachrichtendienst – der des Öfteren seine Kooperation den westlichen Diensten anbot und vor den Anschlägen in Brüssel warnte – vier islamistische Kämpfer.

Die russische Republik Dagestan im Nordkaukasus ist immer wieder ein Hinterland für IS-Kämpfer gewesen, wo sich immer wieder Anschläge, besonders auf Polizisten, ereignen. Wie auch in Deutschland sehen viele Muslime den Einsatz Russlands in Syrien kritisch, weswegen Moskau immer wieder ins Visier von Terroristen gerät. Deswegen sind die Speznas-Einheiten des FSB immer wieder in der Hauptstadt Machatschkala gefragt, um Anschläge zu verhindern und Gefährder zu neutralisieren.

 

Der Föderale Sicherheitsdienst FSB wurde am 3. April 1995 gegründet und ging aus dem KGB hervor, der nach dem Ende der Sowjetunion entflochten wurde. Deswegen sitzt der FSB heute in der Moskauer Lubjanka, wo einst der KGB residierte. Seine Aufgaben erstrecken sich vor allem auf den Staats- und Grenzschutz sowie der Spionageabwehr. FSB-Leiter Alexander W. Bortnikow leitet seit 2008 den Inlandsnachrichtendienst. Seit Juli 2014 steht er auf der Sanktionsliste der Europäischen Union.