Russland weitet seinen wirtschaftlichen Einfluss im asiatischen Raum weiterhin massiv aus. Der Ausbau des 2002 implementierten Transportkorridors soll die Beziehungen in der Region weiter festigen, schreibt das Wiener Contra Magazin.

Die Entwicklung von internationalen Transportkorridoren stärkt den Handel und verspricht politische Kooperationen zwischen den beteiligten Ländern. Russland selbst versucht seit Jahren die Beziehungen zu den Ländern im Nahen Osten, in Zentral- und Ostasien wieder auszubauen, wobei auch die wohlhabendsten Länder der Region im Fokus der russischen Handelsrouten liegen.

Russland versucht sich hierbei als Transport-Hub zu etablieren, da die geographische Lage und das gut ausgebaute Netz an Straßen und Eisenbahnlinien es erlaubt, Güter perfekt von Ost nach West und umgekehrt zu transportieren. Nun engagiert sich Moskau auch verstärkt in Sachen des sogenannten Nord-Süd-Transportkorridors, der die Küste des Indischen Ozeans mit dem nördlichen Europa verbindet und dabei durch Russland und den Iran führt. Die Aufhebung vieler Sanktionen gegen den Iran erleichtert dies nun ungemein.

Vor allem jedoch ist es so möglich, Waren kürzer und schneller über Land zwischen der Region um den Indischen Ozean und dem nördlichen Europa zu transportieren. Dies spart Zeit und Geld – vor allem gegenüber der bisherigen Hauptroute über das Mittelmeer und das Rote Meer in Richtung Indien. Ergänzt wird hierbei auch die ganze umliegende Region inklusive Aserbaidschan, Armenien, Kasachstan im Norden, sowie die Arabische Halbinsel und die Levante im Süden.

Bereits im Jahr 2015 wurden rund 25 Millionen Tonnen an Gütern über den Nord-Süd-Transportkorridor transportiert – mit stark steigender Tendenz. Der Ausbau der Schienenwege durch Russland, Aserbaidschan und den Iran soll diese Entwicklung nun noch weiter vorantreiben. Vor allem jedoch ist dies auch eine interessante Alternative zur Route über das Rote Meer, zumal die Gewalt in der Region und die terroristischen Aktivitäten immer weiter zunehmen. Auch das wird Russland als Transport-Hub stärken.

 

Von Marco Maier

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