Am 1. Januar tauschten Indien und Pakistan Listen mit den Orten aus, an denen sich nukleare Anlagen und Waffen befinden. Damit soll wohl ein Zeichen der Entspannung gesetzt werden.

 

Das pakistanische Parlament — Aiwan e Sadr — in Islamabad. Bild: Wikimedia / Shubert Ciencia CC BY-SA 2.0

Von Marco Maier

Listen mit den Nuklearanlagen in Indien und Pakistan, die zwischen den beiden Ländern auf diplomatischer Ebene ausgetauscht wurden, sollen dazu beitragen, dass sich beide Staaten nicht in einem nuklearen Krieg wiederfinden, den beide Länder nicht gewinnen können. Die Meldung über den Austausch kam vom indischen Außenministerium in einer Presseaussendung.

Beide Staaten, die sich insbesondere wegen der Region Jammu und Kaschmir seit dem Ende der britischen Kolonialherrschaft und der Aufteilung in einen hinduistischen (Indien) und einen muslimischen (heute Pakistan und Bangladesh) teil, in einem andauernden Spannungszustand befinden, sind Atommächte. Allerdings gilt für beide Länder der Grundsatz, dass insbesondere die Atomwaffen eine Garantie darstellen, keinen offenen Krieg zu starten.

Die Übergabe der Listen gilt als wichtiger Schritt. Indiens Verteidigungsminister, Manohar Parrikar, hatte erst vor wenigen Wochen angekündigt, die Doktrin wonach Indien keinen Erstschlag durchführen werde, überdenken zu wollen (wir berichteten). Inzwischen scheint diese Drohgebärde gegenüber Pakistan jedoch wieder vom Tisch zu sein.

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