Seit der Veröffentlichung vor einem Jahr sind 85.000 Exemplare der kommentierten Ausgabe von Adolf Hitlers „Mein Kampf“ verkauft worden. In einem Interview mit der dpa zieht Andreas Wirsching, Direktor des Institutes für Zeitgeschichte (IfZ) in München, das das Machwerk erneut auf den Markt brachte, Bilanz.

4000 Exemplare hatte das IfZ für damals für den Verkaufsstart vorbereitet. „Aber inzwischen sind wir bei 85.000 verkauften Büchern. Ende Januar kommt die sechste Auflage auf den Markt. Diese Verkaufszahlen haben uns überrollt, damit konnte wirklich niemand rechnen“, so Wirsching.

Mittlerweile sei eine fachwissenschaftliche Diskussion entstanden, es gebe auch erste Fachrezensionen. „Es wäre unverantwortlich gewesen, diesen Text vagabundieren zu lassen“, ist er überzeugt.

In diesem Jahr soll zudem eine Handreichung der bayerischen Landeszentrale für politische Bildung zum Umgang mit Hitlers Machwerk erscheinen. Wirsching sehe das allerdings etwas kritisch. „Es wäre absurd, in die Diskussion der 50er Jahre zurückzufallen und zu sagen: Hitler war’s. Ich warne da vor einer zu starken Hitler-Zentrierung in der öffentlichen Diskussion und vor allem im Geschichtsunterricht“, betont der IfZ-Direktor. Nachdem die Urheberrechte an „Mein Kampf“ Ende 2015 ausgelaufen waren, brachte das IfZ eine kritische, kommentierte Ausgabe auf den Markt. Künftig soll das Werk auf Französisch in einer wohl gekürzten und überarbeiteten Fassung erscheinen. Weitere Übersetzungs-Pläne stehen noch nicht konkret fest, doch eine englische Version würde sich wegen der enormen Reichweite wahrscheinlich anbieten, so Wirsching.

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