Für eine russische Verantwortung für jüngste Hackerangriffe gibt es keinen Beweis. Dennoch drängten Kongress, Medien und Weißes Haus auf eine «Bestrafung» Russlands. Besonders das Lager Hillary Clintons treibe dies voran, so Ex-CIA-Mitarbeiter Philip Giraldi zu RT.

Die scheidende Obama-Regierung kündigte letzten Donnerstag neue Anti-Russland-Sanktionen an, darunter die Ausweisung von 35 russischen Diplomaten aus den USA. Die Maßnahmen stützten sich auf die unbewiesene Behauptung, dass sich Russland irgendwie in Computer der Democratic National Convention (DNC) gehackt habe.

Der Schritt folgte «als Reaktion auf aggressive Belästigungen von US-Beamten und Cyber-Operationen der russischen Regierung, die sich gegen die US-Wahl richteten», gab Obama in einer Erklärung dazu bekannt. Moskau wertete die Entscheidung als weitere Manifestation einer unberechenbaren und aggressiven Außenpolitik der Obama-Regierung.

Wird der Schaden, der aus Obamas Politik der verbrannten Erde resultiert, die Bemühungen des zukünftigen Präsidenten Donald Trump zunichtemachen, die Beziehungen zu Russland wiederherzustellen? Philip Giraldi, ein ehemaliger CIA-Mitarbeiter, sprach mit RT über seine Einschätzungen zu diesem Thema.

RT: Viele sind der Meinung, diese Sanktionen seien der Versuch Obamas, die Beziehungen zwischen Putin und der zukünftigen Trump Regierung zu belasten. Sehen Sie das genauso?

Philip Giraldi: Es gibt einen breiten Konsens darüber, auch in den Medien und im Kongress, harte Maßnahmen gegen Russland zu ergreifen, und ich denke, dass Obama darin eine Gelegenheit sah, sich noch einmal zu profilieren. Und abgesehen davon, dass dadurch die Optionen für Donald Trump eingeschränkt werden, eine bessere Beziehung mit Russland zu schaffen, erlaubt es auch besonders den Demokraten, damit zu argumentieren, dass ihnen die Wahl gestohlen wurde. Ich denke, das ist ein Schlüsselelement für dieses Geschehen.

RT: Trump und Putin haben eine gemeinsame Sicht auf einige globale Themen, aber nicht auf alle. Die israelischen Siedlungen auf völkerrechtlich umstrittenem Territorium sind ein Problem, bei dem sie nicht einer Meinung sind. Wie viel Schaden haben diese neuen Sanktionen im Hinblick auf eine potenzielle Einigung beider Staaten in dieser Frage angerichtet?

Philip Giraldi: Nun, historisch betrachtet ist die Situation schwierig zu lösen. Aber im Grunde haben die Vereinigten Staaten und Russland sehr gute Beziehungen zu Israel. Also wäre es deutlich besser, wenn die Vereinigten Staaten und Russland gemeinsam auf eine Konsenslösung im israelisch-palästinensischen Konflikt hinarbeiten, als wenn jede Partei separat arbeitet. Die USA scheiterten bei ihren Bemühungen bislang hauptsächlich daran, dass es sie es nicht geschafft haben, die Israelis zur Abkehr von jenen Positionen zu bewegen, die diese eingenommen hatten. Deshalb wäre die Zusammenarbeit mit Russland ein großer Vorteil für die Vereinigten Staaten, und ich denke, Donald Trump wird flexibel genug sein, um das zu begreifen.

RT: Denken Sie, dass Präsident Obama eine solche Reaktion von Putin erwartet hat?

Philip Giraldi: Ich denke, hinter den Kulissen gibt es schwere Schäden. Das Problem ist, dass der Konsens sehr stark in die Richtung geht: «Wir müssen Russland bestrafen.» Und das geht vom Kongress, von den Medien sowie vom Weißen Haus aus und wird besonders vom Hillary-Clinton-Lager in der Demokratischen Partei vorangetrieben. Das ist also sehr gefährlich. Ich hoffe, dass Donald Trump und Wladimir Putin ernsthaft entschlossen sind, zusammenzuarbeiten, um diese Situation zu entschärfen.

RT: Präsident Putin sagt, dass es nicht die Zeit sei für unfreundliche Aktionen wie das Ausweisen von Diplomaten. Aber wie viel Schaden hat das hinter den Kulissen verursacht?

Philip Giraldi: Ich denke, dass Trump eine positive Einstellung zur Zusammenarbeit hat. Genauso denke ich, dass Wladimir Putin eine positive Haltung an den Tag legt – in Bezug auf die Richtung, in die sich das Ganze entwickeln soll. Mein Eindruck ist: Putin verhielt sich wie der einzige Erwachsene im Raum, indem er als Reaktion auf den Affront vorerst auf jegliche Art von Gegenaktion verzichtete. Und ich bin davon überzeugt, dass Trump im Grunde seine Hand ausstreckt und sagt: «Wir können einen Ausweg erarbeiten.»

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