Das Wiener Contra Magazin heute über die Ankündigungen der Transparenz-Plattform WikiLeaks. Es soll noch dicker kommen als letztes Jahr.

Gleich ein Paukenschlag zum Jahresbeginn: WikiLeaks gibt bekannt, dieses Jahr werde man noch größere Leaks präsentieren als 2016. Im Vorjahr machte die Enthüllungsplattform — vor allem mit Veröffentlichungen aus dem Umfeld hochrangiger Politiker wie Hillary Clinton — auf sich aufmerksam.

Wenn Sie denken, 2016 war ein großes Jahr für WikiLeaks, dann wird 2017 Sie umhauen“, twitterte die Leakingplattform am Montag, ohne jedoch genaue Hinweise darauf zu geben, was genau man noch in der Hinterhand hält. Es ist also noch Luft nach oben, was die Informationen betreffen. Man kann den scheidenden CIA-Direktor John O´Brennan ja verstehen, wenn er nicht viel für WikiLeaks-Begründer Julian Assange übrig hat. Aber bereits im Jahr 2015 veröffentlichte WikiLeaks auch eine E-Mail-Tranche von O´Brennan, wo dieser sich unter anderem für die Hexenjagd auf Journalisten aussprach, Contra Magazin berichtete damals. Sein Nachfolger Mike Pompeo jedenfalls bat ihn schon öffentlich um einen reibungslosen Übergang, wie News Front berichtete.

Immer wieder bot die Plattform in der Vergangenheit Geld an, um einen monetären Anreiz für das Veröffentlichen von Informationen zu bieten. Zugegeben, das ist moralisch bedenklich, wenn nicht sogar grenzwertig. Allerdings steht für viele Whistleblower auch die Existenz auf dem Spiel, so dass man dieses Verhalten auch dahingehend interpretieren kann, dass man eine Existenzgrundlage bieten will. Insbesondere ist das dann der Fall, wenn man sogar 100.000 Dollar bietet, allerdings haben einige Personen in diesen Positionen ein deutlich höheres Jahresgehalt. Aktuell ist man bei verhältnismäßig bescheidenen 20.000 Dollar. Diese Belohnung richtet sich sogar an jene, die Personen der Obama-Regierung der Strafvereitelung bezichtigen kann, soweit dieser wichtige Daten vernichtet.

Aktuell hob der Account auf Twitter, der für gewöhnlich ein verlässlicher Nachrichtenticker ist, was die neuen Enthüllungen auf der Plattform betrifft. Hier wird auf ein geleaktes Gespräch hingewiesen, dass zwischen dem scheidenden US-Außenminister John Kerry und Repräsentanten der Anti-Assad-Fraktion auf UN-Ebene betrifft. Wie man das nun werten mag, es bestätigt wieder mal die These, die im Mainstream unterdrückt wird: Man will den syrischen Präsidenten stürzen. Bereits aus den vergangenen Leaks wurde deutlich, dass man mit solchen Regierungen nicht redet, sondern lieber stürzt und einen pro-westlichen Partner eintauscht. Diese Methode hat US-Tradition und seit den 1950er Jahren gepflegt.

In den Medien geriet WikiLeaks immer wieder in Misskredit. Man behauptete ohne Beweise, dass die Plattform sich von „russischen Geheimdiensten instrumentalisieren“ lasse. Für diese Behauptungen zogen die Medien auch den deutschen Bundesnachrichtendienst BND in Mitleidenschaft und Berufen sich immer auf Aussagen von politischen Personen des BND, aber nicht auf Analysten. Bis heute bekräftigt WikiLeaks, dass man die Informationen von nicht-staatlicher Seite erhielt.

Diese Anschuldigungen gingen so weit, dass WikiLeaks sogar eine Task Force auf Twitter startete, die im Informationskrieg gegen die Desinformation von westlicher Seite kämpft.

Hier ruft die Task Force auf, dass man Fehlmeldungen melden soll und diese richtig stellen soll, soweit man die Informationen dazu hat. Hier geht es vor allem darum, dass WikiLeaks in diesem Jahr mit vielen Medien auch zu kämpfen hat, denen man zuvor kooperativ verbunden war – beispielsweise Spiegel Online.

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