Wie es aussieht, hat sich der militärisch-industrielle Komplex der USA endgültig für seine neue Weltkriegslüge entschieden: Russische Hacker sollen‘s nun richten. Sie sind die moderne Version der Lusitania, der neue Tonkin-Zwischenfall, die neuen Brutkasten-Schauermärchen. Dass die Beweislast bei Null (0) liegt, scheint offensichtlich niemanden sonderlich zu stören – das erinnert an düstere Zeiten …

 

 

Von Marcello Dallapiccola

So ein Mist aber auch. Da es dieser widerliche Putin mit seiner Cleverness und seiner Besonnenheit bisher stets geschafft hat, den Strategen des Pentagons nicht nur um einige Schritte voraus zu sein, sondern diese vielmehr regelmäßig elegant schwindlig dribbelt, muss jetzt eben ein neuer, definitiver Grund gefunden werden um dem blöden Stimmvieh klarzumachen, wie gefährlich diese verdammten Russen wirklich sind. Zum Glück bietet sich da eine schwindlige Konstruktion von angeblichen russischen Hackern an, die in ihrer Allmacht sogar die gute Hillary um den verdienten Wahlsieg gebracht und dafür dem bösen Donald Tür und Tor zur absoluten Macht geöffnet haben.

 

Die Kreml-Trolle kannte man ja bereits aus den sozialen Netzwerken zur Genüge – damit sind all jene Verwirrten gemeint, die kein „Like“ unter Karikaturen von Putin mit Teufelfratze setzen oder sich sogar – man fasst es kaum – für Dialog und Freundschaft mit Russland aussprechen anstatt für Sanktionen und Säbelrasseln. Von diesen allgegenwärtigen, allesamt vom Kreml aus gesteuerten Trollen war es dann nur noch ein kleiner Schritt bis zu den russischen Hackern, die ja neuerdings schuld an so ziemlich allem sind. Sobald in irgendeinem Provinznest im mittleren Westen die Straßenbeleuchtung ausfällt – russische Hacker, ganz klar.

Dass mittlerweile auch Trump selbst und ranghohe Mitglieder seines Stabes einräumen, dass an der Geschichte wohl was dran ist, stimmt bedenklich. Denn außer wichtigtuerischem Gelaber von wegen man „hätte absolut zuverlässige Quellen“ kam bis jetzt rein gar nichts. Und bei solchen hohlen Phrasen sollte man allerspätestens seit Saddams angeblichen Massenvernichtungswaffen sehr, sehr vorsichtig sein, denn dahinter verstecken sich im allgemeinen nichts als Lügen.

Die Strategen des US-Regimes haben hier von den ganz großen Propagandisten der Geschichte gelernt: „Eine Lüge, die oft genug erzählt wird, wird irgendwann zur Wahrheit“, sagte bereits Lenin. Etwas konkreter brachte es dann ein paar Jahre später Goebbels auf den Punkt: „Wenn man eine große Lüge erzählt und sie nur oft genug wiederholt, dann werden die Leute sie am Ende glauben“. Diesen Lenin-Goebbels-Komplex scheinen die Strategen des Pentagon mittlerweile so verinnerlicht zu haben, dass sie sich eine Politik ohne ihn gar nicht mehr vorstellen können.


Wenn man sich jetzt das Muster der Kriegsgründe der USA in den letzten paar Jahrzehnten ansieht, fällt es einem nicht schwer, die Zusammenhänge zu erkennen. Selbst auf der systemtreuen wikipedia werden Pearl Harbor, der Tonkin-Zwischenfall oder die Brutkasten-Geschichte aus dem ersten Irakkrieg kritisch beäugt, was wohl Anlass genug zum Zweifel bietet.

 


Genau vor diesem Hintergrund sollte man auch die heutigen Anschuldigungen gegen die sagenumwobenen „Russischen Hacker“ betrachten – allein der Umstand, dass mittlerweile seit Monaten davon geredet wird, ohne dass bis jetzt irgendwer auch nur den Hauch eines Beweisen vorlegen hätte können, sollte doch bei jedem Menschen, der halbwegs bei klarem Verstand ist, die Alarmglocken schrillen lassen.

Метки по теме: ;