Wissenschaftler beobachten die vulkanischen Aktivitäten unter dem Rheintal. Man befürchtet die Entstehung einer Magmablase.

 

Von Marco Maier

Wissenschaftler haben vulkanische Aktivitäten im Erdmantel an der Landesgrenze von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz unter Beobachtung, die im Extremfall das dicht besiedelte Rheinland bedrohen könnten. Zwischen Ost-Eifel und Rheintal «haben wir im Untergrund eine Veränderung, die aus dem Mantel kommt und die zu einer Magma-Blase führen kann», sagte Ulrich Schreiber von der Universität Duisburg-Essen der «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung».

Demnach sei es nur eine «Frage der Zeit, wann hier genug Magma angereichert ist, aus dem dann ein Vulkan gespeist wird und ein neuer Ausbruch kommen kann», sagte Schreiber. Deshalb müsse man Vorsorge treffen und Messungen durchführen. Insbesondere die Entwicklung von CO2 müsse man beobachten. Diese seien am Laacher See wie auch in der Lahn bei Bad Ems festzustellen. Der Laacher See 20 Kilometer südlich von Bonn war zuletzt vor 11.000 Jahren Schauplatz eines gewaltigen Vulkanausbruchs, der ganz Mitteleuropa mit einer Aschewolke überzog und der mit Lava den Rhein aufstaute und so auch zu Tsunamis führte.

Für die ganze Region wäre ein erneuter Vulkanausbruch verheerend. Im direkten Umfeld der vulkanisch aktiven Region leben immerhin mehrere Millionen Menschen und im weiteren Einflussbereich muss man mit wohl mindestens 30-40 Millionen Menschen rechnen, die von solch einem Ereignis betroffen wären.