Die russische Flugzeugbauholding OAK und der Militärflugzeughersteller MiG werden Ende Januar offiziell den neuesten leichten MiG-35-Kampfjet vorstellen, schreibt die russische Zeitung „Iswestija“ am Mittwoch.

Anfang Februar sollen die staatlichen Tests des MiG-35-Jets beginnen. Die Informationen über die bevorstehende Präsentation und baldigen Tests der MiG-35 wurden von Quellen in der Flugzeugbaubranche und im Verteidigungsministerium bestätigt.

 

„Das Flugzeug ist zur Übergabe für die Tests bereit“, sagte eine Quelle. „Es bestehen aber bestimmte Schwierigkeiten mit der Bordausstattung, unter anderem der Radaranlage ‚Schuk‘. Doch diese Probleme sind nicht kritisch und sollten in der nächsten Zeit gelöst werden.“

Der Bau von zwei ersten Testexemplaren der Schuk-Radargeräte wurde im vergangenen Jahr beendet. Am 24. Oktober erfolgte der erste Flug. Bei einer Länge von 17 Metern und einem Startgewicht von mehr als 23 Tonnen erreicht die MiG-35 eine Geschwindigkeit von mehr als 2500 km/h und kann rund 3000 Kilometer ohne Nachtanken fliegen. Die Maschine trägt bis zu sieben Tonnen Waffen, darunter Luft-Luft-, Luft-Boden-Raketen und Lenkbomben.

Seit der zweiten Hälfte der 1990er Jahre gab es mehrere Projekte mit der Bezeichnung MiG-35 – darunter die modernisierte MiG-29 und ein leichter Kampfjet, den Russland bei der MMRCA-Ausschreibung (Medium Multi-Role Combat Aircraft) Indien angeboten hatte.

Die MiG-35 ist ein doppelsitziges Flugzeug, entwickelt auf der Basis des bordgestützten Kampfjets MiG-29KUB. Das neue Flugzeug hat keinen Haken, der bei der Landung vom Seil an Bord des Flugzeugträgers erfasst wird, und keine abklappbaren Flügel. Stattdessen bekommt die MiG-35 die Radaranlage H010 Schuk-A mit einem aktiven Phased-Array-Radar. Schuk ortet gegnerische Flugzeuge, Hubschrauber und Drohnen aus einer Entfernung von mehr als 300 Kilometern.

Das russische Verteidigungsministerium will in den kommenden drei Jahren 30 MiG-Kampfjets kaufen.

Laut dem Militärexperten Anton Lawrow wird die MiG-35 für die russischen Fliegerkräfte ein relativ billiger Bomber, der verschiedene Ziele mit Hochpräzisionswaffen treffen kann. Er werde selbst bei starkem Widerstand der gegnerischen Fliegerkräfte effektiv vorgehen. Zudem kann er unter bestimmten Bedingungen als Kampfjet eingesetzt werden.

Laut dem Chefredakteur der russischen Zeitschrift „Waffenexport“, Andrej Frolow, wird die MiG-35 auf dem internationalen Markt mit den chinesischen FC-1 und J-10, dem schwedischen Grippen-Next und dem US-amerikanischen F-16 (Block 52-60) konkurrieren.

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