Brauner Dschihad-Tourismus: Brasilianischen Sicherheitsbehörden zufolge soll ein Neonazi-Netzwerk aus dem Land auch Söldner für den Donbass angeworben haben. Noch heute würden diese aufseiten regierungsloyaler ukrainischer Kräfte in der Konfliktregion kämpfen.

Die Polizei in Brasilien hat ein Netzwerk aufgedeckt, durch das ukrainische Rechtsradikale brasilianische Neonazis für den Kampf im Donbass anwarben. Das berichtet die ukrainische Internetzeitung Strana.ua und beruft sich dabei auf das Nachrichtenportal Zero Hora. Bei zahlreichen Hausdurchsuchungen, die im Rahmen von Spezialoperationen in mehreren Städten des Landes durchgeführt wurden, sind die Ordnungshüter auf illegale Waffen und Unterlagen gestoßen, die Hass und Gewalt propagieren.


Die brasilianische Polizei erklärte, dass sie in mehreren Städten des Landes Durchsuchungen in Häusern von Neonazis durchgeführt habe. Den Angaben der Ordnungshüter zufolge sollen die Extremisten auch Angriffe auf Juden und Homosexuelle in der Stadt Porto Alegre vorbereitet haben. Im Zuge der Ermittlungen stießen die Beamten auf Materialien, die den dringenden Verdacht begründen, dass ein Aktivist der Neo-Nazi-Gruppierung «Misanthropic Division» junge Männer für den Krieg in der Ukraine anwerben konnte. Die Gruppe steht dem berüchtigten «Azow»-Bataillon nahe.

Den Angaben eines Polizeisprechers zufolge sollen die Rekruten erst Ausbildung und Einweisungen sowie Geld erhalten haben und anschließend in den Krieg in der Ukraine geschickt worden sein. Seiner Aussage nach kämpfen heute mindestens sechs Neonazis aus Brasilien im Donbass.

Schon seit Längerem ist bekannt, dass ausländische Söldner im genannten Gebiet aufseiten der ukrainischen Armee kämpfen. Bereits 2015 berichtete RT Deutsch darüber, dass im Internet erste Beweisvideos aufgetaucht waren. Diese zeigten Soldaten, welche sich in akzentfreiem Englisch auszudrücken vermochten.