Russland etabliert sich als militärische Ordnungsmacht, China vor allem als Wirtschaftspartner. Der US-geführte Westen verliert im Nahen Osten immer mehr an Einfluss.

Nach Jahrzehnten einer verheerenden westlichen Einmischungspolitik im Nahen Osten, in dem die USA und Anhang immer wieder radikalislamische Gruppen förderten, um so einen arabischen Nationalismus zu verhindern, scheint es nun sukzessive zu gravierenden Änderungen zu kommen, welche die geopolitische Architektur in der Region neu aufstellen lässt. Vor allem die Erfolge Russlands in Syrien und die wirtschaftspolitischen Initiativen Chinas tragen positiv hierzu bei, während die ohnehin schon wackelige Stellung des US-geführten Westens hier noch weiter ins Wanken gerät.

Mit dazu bei trägt auch das sachlich-konstruktive Verhältnis Moskaus und Pekings mit den meisten Regierungen in der Region, denen man nicht dazwischenfunkt und – siehe der Zusammenarbeit beider Länder mit Israel und dem Iran – sich vor allem auf bilaterale Abkommen beschränkt. Aber hier gibt es auch keine Probleme, weil jedem Beteiligten klar ist, dass die jeweils vorhandenen Probleme untereinander nichts mit den Aktivitäten Moskaus und Pekings zu tun haben.

Für den Nahen Osten birgt dieses Engagement der beiden Großmächte jedoch auch eine große Chance auf Befriedung. Insbesondere angesichts dessen, dass so der israelisch-iranische Konflikt möglicherweise sogar ein Ende finden könnte, wäre dies durchaus wünschenswert. Zumindest dann, wenn sich für die Palästina-Problematik dann auch eine Lösung findet. Aber im Gegensatz zur scheinheiligen US-Politik wäre hier sogar ein ehrlicherer Umgang aller Konfliktparteien möglich.

Der Verlust der Einflussmöglichkeiten Washingtons auf die Länder des Nahen Ostens mag den Globalisten in New York, Los Angeles & Co vielleicht nicht passen, doch auf Dauer könnte so eine friedlichere Ära anbrechen. Denn die Aussage von Chinas Außenminister Wang Yi während der Konferenz der Friedensinitiative für den Nahen Osten letztes Jahr in Paris, dass China eine friedliche Lösung des Palästinakonflikts mittels einer Zwei-Staaten-Lösung begrüße und unterstütze, lässt Hoffnung aufkeimen.

 

Quelle: Contra Magazin

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