In Deutschland, insbesondere in Westdeutschland, haben die Amerikaner und Engländer ziemlich viel dafür getan, dass deren Sichtweise der Demokratie zelebriert wird. Zwar schafften es die Alten Kameraden aus dem Dritten Reich es dann doch im demokratischen Deutschland in viele hohe Positionen, aber die «Fremden Heere Ost», die einst von Generalmajor Reinhard Gehlen aufgestellt wurden, passte man im Kalten Krieg auf die Bedürfnisse der Amerikaner an. Neue veröffentlichte Dokumente des US-Geheimdienstes CIA füllen wieder Mosaiksteine in der Geschichte.

Was man früher noch glaubhaft abtreiten konnte, kommt nach vielen Jahren erst ans Tageslicht. Aktuell geht um Dokumente, die der US-Nachrichtendienst CIA nun öffentlich zugänglich gemacht hat. Durch den Freedom of Information Act (FOIA) sind die Amerikaner dazu verpflichtet. Bereits im vergangen Jahr wurde bekannt, dass die Amerikaner nach dem Zweiten Weltkrieg mit Faschisten, Nationalisten und anderen Schwerverbrechern gerne gemeinsame Sache machten, um ihre Vorstellung der Demokratie jedem Land auf der Welt aufzuzwingen. Bereits im Januar 2016 wurde dank FOIA bekannt,  dass die CIA ein profaschistisches Netzwerk in der Ukraine aufgebaut hatte, welches seit 1951 besteht. Eine Hintergrund-Analyse von RT Deutsch schrieb damals, dass der Auslandsgeheimdienst seit 1945 einen CIA-Proxy-War in der Ukraine betreibt. Der amerikanische Spezialist für Geheimdienste, Wayne Madsen, informierte in dieser Woche, dass es ihm gelungen sei, über 3.800 Dokumente aus den Kellern der CIA zu sichten. Das ist viel Material gewesen und bestätigt auch vieles, was der BND-Begründer Reinhard Gehlen in seinen Memoiren «Der Dienst» schrieb — Gehlen entschied sich nach dem Krieg mit den Amerikanern und dem Westen zu kooperieren und musste deswegen den USA auch viele Zugeständnisse machen und den westlichen Diensten Wissen und Informationen anbieten, die sie nicht selbst bekommen konnten. Ob Gehlen dabei immer sehr glücklich war, ist wohl zweifelhaft, den so mancher Top-Agent aus dem Osten bekam mit, dass Gehlen auch nicht sonderlich viel von der amerikanischen Demokratie hielt — erblickte aber im freien Westen weniger die Gefahr für sich als in der Sowjetunion.

 

 

Madsen spricht unter anderem von einer „Strategie der Nazifizierung“, da sich die Geheimoperation auf die Anhänger von Faschistenführer Stepan Bandera stützte. Man wollte bereits in der Frühphase die Ukraine destabilisieren, weswegen man faschistische Kräfte finanziell unterstützte. Zudem wurden diverse Propagandaaktionen in der Ukraine durchgeführt, auf die im folgenden noch genauer eingegangen wird. Dieses Video stammt noch aus diesem Jahr — der Neujahrstag, ist das was für Deutsche der 20. April ist, der Geburtstag des damaligen Führers Adolf Hitler, der erst mit Bandera kollaborierte und dann diesen inhaftierte.

 

 

Im Projekt Aerodynamic, welches Contra Magazin bereits aufgegriffen hatte, wollte man im Westen lebende Exil-Ukrainer unterstützen, um sie später wieder in die Ukraine einzuschleusen. Ein Anknüpfungspunkt hierfür ist die Operation „Capacho“, in dem sich Geheimdienste wie die CIA oder der britische MI-6 mit den faschistischen Gruppen vernetzt haben. Die Akten nennen hier Organisationen wie den Ukrainian Supreme Liberation Council (UHVR), die Organisation of Ukrainian Nationalists (OUN) und deren Guerilla-Trupe Ukranian Insurgent Army (UPA). Zugleich baute die CIA mit der ZP-UHVR einen Partner auf, der nach außen kritisch gegenüber Bandera auftrat. Das war 2016 gewesen — nun sind in Sachen Bandera neue Dokumente ans Tageslicht gekommen.

 

 

Aktuell zeigen die Dokumente, wie die USA über Bandera dachten  — Er war ein Terrorist, der in Deutschland politisches Asyl bekam. Ob als Fachkraft oder kulturelle Bereicherung kann man an dieser Stelle offen lassen und die Geschichte ist nicht neu. Stepan Bandera wurde laut deutschen Gerichtsakten am 15. Oktober 1959 durch den KGB-Agenten Bogdan Stachinski mit einer Blausäure-Pistole getötet. Zuvor soll Stachinski den nationalistischen ukrainischen Arzt Lew Rebet vom „nationalen Bund“ getötet haben. Der Stachinski-Fall soll später ein Lehrstück für die Abgrenzung Täterschaft und Teilnahme im deutschen Strafrecht werden.

 


Ob gestern, heute oder morgen — die USA haben Terroristen, Massenmörder und Faschisten immer dafür eingesetzt, um ihre Interessen durchzusetzen und spielen sich zugleich als die Wächter der Moral auf. Es klingt paradox, aber wer auf mordende und wütende Faschisten hinweist, der wird gerne von der Medienmacht als «Nazi», «Anti-Amerikanisch» oder einfach als «Xenophob» bezeichnet. Proxy-War, Stellvertreter-Krieg oder hybrider Krieg, heißt auch immer Informationskrieg. Seit 2004 wuchs die Anzahl der Bandera-Fans, Faschisten in der Ukraine stetig. Dazu wurden auch Söldner aus der ganzen Welt rekrutiert — wenn man es so möchte, dann sind die Faschisten in der Ukraine so etwas wie Al-Kaida, der IS (alle in Russland verboten) für Nationalisten , die statt Koran lieber «Mein Kampf» lesen und töten unschuldige Menschen für Dollar und Abzeichen.

 

 

Und es werden in Zukunft noch mehr solche Dokumente veröffentlicht, den nach einer festgesetzten Sperrzeit, haben Historiker, Journalisten und Interessierte die Möglichkeit mit den Facetten des Kalten Krieges zu beschäftigen. Wie der CIA zusammen mit der EU den Proxykrieg auf dem Maidan führte, dürfte auch viele Jahrzehnte dauern, wenn nicht wieder ein Whistleblower auf die Idee kommt, über die Machenschaften des teuersten Dienstes der Welt zu informieren.

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