Peking rechnet offenbar mit einer Zuspitzung der chinesisch-amerikanischen Beziehungen nach dem Machtantritt Donald Trumps, womöglich gar mit einem direkten Konflikt wegen der umstrittenen Gebiete im Südchinesischen Meer, wie ein Beamter des Zentralen Militärrats Chinas laut der russischen Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag äußerte.

 

Die Streitkräfte der Republik China

 

Der Zeitung „Renmin Ribao“ zufolge wird die chinesische Marine seine Manöver weit entfernt von der chinesischen Küste trotz aller Provokationen und Bedrohungen seitens Washingtons, die den Zugang zu den künstlichen Inseln zu blockieren, fortsetzen.

 

Die Situation in der Asien-Pazifik-Region ist zunehmend angespannt. Die Gefahr eines Krieges sei gestiegen, wie es auf der Webseite des Zentralen Militärrats Chinas heißt. „Ein Krieg während der Amtszeit des US-Präsidenten“ bzw. „ein Krieg, der in dieser Nacht beginnt – das sind nicht einfach Vermutungen, das wird praktisch Realität“. Eine Bedrohung entstehe durch die Verlegung von US-Streitkräften in das Ostchinesische und Südchinesische Meer und die Stationierung des Raketenabwehrsystems THAAD in Südkorea.

 

Zugleich veröffentlichte die chinesische Presse zornige Artikeln über den neuen US-Außenminister Rex Tillerson und den Sprecher des Weißes Hauses, Sean Spicer. Letzterer berichtete auf einer Pressekonferenz, dass die USA das Ergreifen des Gebiets im Südchinesischen Meer durch China verhindern würden. Daraufhin sagte eine Vertreterin des Außenministeriums Chinas, dass die USA vorsichtig sein sollten, wenn sie etwas sagen und machen, sonst würden sie dem Frieden in der Region schaden.

 

Muss der verbale Schlagabtausch zwischen den Vertretern beider Mächte ernst genommen werden? Laut dem Fernostexperten Alexander Larin setzt Trump auf eine viel härtere China-Politik als sein Vorgänger Barack Obama. Das betreffe auch die Wirtschaftsverbindungen und militärpolitischen Probleme. Im Ergebnis sei ein Militärkonflikt zwischen China und den USA durchaus möglich. Das betreffe vor allem die Probleme im Südchinesischen Meer, weil China dort Inseln und eine Militärzone einrichtete. Die USA verstärken ihre Streitkräfte und China baut die Marinekräfte aus. Die Situation wird auch durch das Taiwan-Problem erschwert. Trump kokettiere jetzt mit der separatistischen Führung Taiwans, was Peking ärgert, wo 2005 ein Gesetz über die „Verhinderung der Spaltung der Heimat“ verabschiedet worden war. Demnach kann China alle Maßnahmen treffen, darunter auch Gewaltmaßnahmen, falls versucht würde, die Spaltung der Insel vom Festland zu erreichen. Dies alles bedeutet, dass sich die Seiten einem bewaffneten Konflikt angenähert haben.

 

Aber: „Auch wenn die Mächte am Rande eines Konfliktes stehen werden, wird sich keine von ihnen zur Anwendung militärischer Kräfte entschließen“, meint der Experte.

 

Dennoch wurden Washington und andere Länder der Asien-Pazifik-Region darüber benachrichtigt, dass die chinesische Marine trotz Provokationen Manöver in entfernten Gebieten durchführen wird. Im Dezember hielt ein chinesischer Schiffsverband mit dem Flugzeugträger Liaoning an der Spitze solch eine Übung ab.

 

Der Experte Ian Storey meint auch, dass die USA in den kommenden vier Jahren einen härteren Kurs gegenüber Peking verfolgen würden. Da es äußerst unwahrscheinlich sei, dass China Zugeständnisse bei seinen Ansprüchen auf die Souveränität der Insel unter US-Druck machen werde, könne man sicher sein, dass sich der Streit verschärfen werde.

 

Quelle: Sputnik

 

 

 

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