Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat sich mit deutlichen Worten zum bevorstehenden Bundestagswahlkampf 2017 positioniert. Kritisch sieht er dabei insbesondere den voraussichtlichen SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz, der bislang EU-Parlamentspräsident war, schreibt das Deutsche Nachrichtenmagazin Zuerst! auf seiner Seite.

Wörtlich sagte Orbán bei einer Veranstaltung der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung in Brüssel: „Ich respektiere ihn, er ist ein großer Kämpfer. Aber er hat eine komplett andere Vorstellung von Europa als wir: Dieser Kandidat versteht nicht die drei wichtigen Dinge der europäischen Politik: Religion, Nation, Markt. Und der könnte deutscher Kanzler werden – wir sind in einer ernsten Lage.”

Bestätigt sieht sich Orbán dagegen durch die US-Präsidentenwahl und Trumps Maßnahmen gegen die illegale Zuwanderung – auch Ungarn reagierte auf den von Bundeskanzlerin Angela Merkel verursachten Massenzustrom von „Flüchtlingen“ mit einem Ausbau der eigenen Grenzbefestigungen. Orbán: „Er hat gesagt, daß es das Recht aller Nationen ist, ihr eigenes Interesse voranzustellen. Das macht mir Hoffnung.“ Und: „Die Ära des Multilateralismus ist am Ende.” Es sei „höchste Zeit”, den amerikanischen Präsidenten ernst zu nehmen.

Auch mit der „europäischen Utopie“ ging Orbán erneut hart ins Gericht: „Wir haben uns von einer Utopie versklaven lassen. Und diese Utopie heißt: ‚Supra-nationales Europa‘. Das aber ist eine Illusion. Es gibt keine Europäer – es gibt nur europäische Völker.”

Diese allerdings sieht der ungarische Regierungschef in der demographischen Falle. Sein schonungsloser Befund: „Eine Nation, die nicht in der Lage ist, sich selbst zu reproduzieren, hat kein Recht zu existieren.“ Dem Vernehmen nach gab es dafür Raunen und Kopfschütteln im CDU-nahen Publikum in Brüssel.

Quelle: Zuerst!

 

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