Das Transparenz-Portal WikiLeaks macht das weiter, wo es im letzten Jahr aufgehört hat — mit der Enthüllung und Hervorhebung von Dokumenten in unterschiedlichen Formen zum politischen Tagesgeschehen. Das kündigte WikiLeaks zu Jahresbeginn auch an. Aktuell hebt WikiLeaks Dokumente aus der Reihe Französischer Politiker hervor, die demnächst einen neuen Präsidenten wählen.

 

Vorab sei zunächst festzuhalten, dass es hier nicht um aktuelle Enthüllungen geht, die neu auf die Server von WikiLeaks hochgeladen wurden, sondern um Material, das seit längerem auf den Servern ruht. So beispielsweise kann man auf der Plattform 1138 Dokumente von Marine Le Pen finden, die als Präsidentin für die Front National kandidiert. Wie man oben sieht, hat WikiLeaks in seinen 10 Jahren als Enthüllungsplattform 10 Millionen Dokumente gesammelt, die für die Öffentlichkeit je nach tagespolitischen Geschehen wichtig sein kann.

 

Der größte Teil der Dokumente, die sich mit Marine Le Pen befassen, stammen aus der Reihe «Global Intelligence Files» . die vor allem aus den Stratfor-Enthüllungen stammen. Stratfor ist ein geopolitischer Infomationsdienst, die vor allem für Personen und Firmen Analysen über das Weltgeschehen beschreibt, gleichwohl aber auch auf der Internetseite in englischer Sprache über das aktuelle Weltgeschehen schreibt. Der bekannte Politikprofessor George Friedman hat inzwischen eine neue Plattform geschaffen, die sich — wie auch Stratfor — aus einem kostenlosen und einem kostenpflichtigen Teil zusammen setzt. Für die Enthüllung der E-Mails um Stratfor geriet das Unternehmen in die Kritik. Weitere Dokumente und E-Mails, die sich mit dem Namen Le Pen befassen, das sind auch die Clinton-Emails und die Depeschen der US-Botschaften. Wie man auf dem Foto erkennen kann, sind die Leaks auch nicht mehr die jüngsten, wie es im Falle Clinton war.

 

 

Weitaus mehr Dokumente findet man über Francois Fillon, der als konservativer oder gemäßigter Gegenpart von Le Pen auftritt. Dieser wird beispielsweise auch mit einem politischen Skandal in Verbindung gebracht, News Front berichtete darüber, diese Woche.

 

Auch über den jüngsten Kandidaten Emmanuel Macron findet man auf WikiLeaks, wenngleich auch weniger Material als bei den älteren Mitstreitern Macron und Le Pen. Auch weniger Spektakulär ist die Beschreibung, die WikiLeaks hier hervorgehoben hat. Viele dieser Informationen sind nur eine Beschreibung auf die Person und seinen beruflichen und akademischen Background. Er studierte an der renommierten ENA in Paris und war Banker bei Rothschild, danach wurde Macron unter Präsident Hollande jüngster Minister in Frankreich. Er trat letztes Jahr zurück und will nun mit seiner Bewegung eigene Wege gehen.

Zugegeben — es sind weniger spektakuläre Enthüllungen als man im US-Wahlkampf sehen konnte, wo sich Trump und Clinton gegenüberstanden und man WikiLeaks vorwarf, man würde einseitig zu Gunsten Trumps und zu Lasten Clintons enthüllen. Man räumte ein, dass man auch nur dann Skandale enthüllen kann, wenn diese nachgeprüft auf den Server landen. Dies ist nicht so einfach, wie man es in den Mainstream-Portalen kennt, wo Enthüllungen immer dann als wahr gelten, wenn sie politisch opportun sind — im Gegenteil. WikiLeaks nimmt ausschließlich nur solche Dokumente an, die verifiziert sind und berät sich bei neuen Enthüllungen mit Experten aus unterschiedlichen Disziplinen, um Widersprüche zu vermeiden.

 

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