Die Russen haben ein zunehmend positives Bild von den USA und der EU, wie die Zeitung «Kommersant» am Donnerstag unter Berufung auf die jüngste Studie des Meinungsforschungsinstituts Lewada-Zentrum schreibt.

 

Demnach waren im Januar 2016 noch 23 Prozent „sehr gut“ bzw. „eher gut“ gegenüber den USA eingestellt. Im November des gleichen Jahres lag diese Einschätzung schon bei 28 Prozent. „Und im Dezember 2016 und Januar 2017 gab es einen raschen Sinneswandel – die Zahl ist auf 37 Prozent gestiegen“, teilte Alexej Graschdankin, Vizeleiter des Lewada-Zentrums, mit. „Die Erwartungen und Hoffnungen der russischen Gesellschaft während des Präsidentschaftswahlkampfes in den USA haben sich in reale Einschätzungen verwandelt, nachdem Donald Trump US-Präsident geworden war.“

 

Allerdings sehen die meisten Russen (49 Prozent) Amerika insgesamt nach wie vor negativ. Das bedeute jedoch nicht, dass die Russen sich in den internationalen Beziehungen wirklich gut auskennen, ergänzte Graschdankin. Ihre Meinung hänge vor allem von der Haltung des Präsidenten Wladimir Putin ab. Die hohen Popularitätswerte Putins „erhöhen positive Einschätzungen der Regierung und der Staatsduma“ (Parlamentsunterhaus), während kritische Bemerkungen Putins über einzelne Gouverneure deren Popularitätswerte senken. Ähnlich sei das auch mit dem Verhalten gegenüber Amerika: Die positive Einstellung der russischen Behörden gegenüber Donald Trump, die in den Medien intensiv beleuchtet worden sei, habe auch das Verhalten einfacher Russen zu den USA positiv beeinflusst.

 

Auch die EU sehen sie inzwischen nicht so negativ: „Sehr gut“ bzw. „eher gut“ nehmen 39 Prozent der Russen die Europäer wahr. Vor einem Jahr hatte diese Zahl noch bei 27 Prozent gelegen. Dennoch ist das Verhalten gegenüber der Alten Welt nach wie vor eher schlecht: 47 Prozent (gegenüber 58 Prozent von vor einem Jahr).

Auch die Haltung zur Ukraine verbessert sich Schritt für Schritt. Ihre positive Wahrnehmung ist im Laufe des letzten Jahres von 28 auf 33 Prozent gestiegen. Das negative Verhalten ist gleichzeitig von 59 auf 54 Prozent zurückgegangen. Im Januar 2014 hatten aber 66 Prozent der Russen die Ukraine positiv und nur 28 Prozent negativ wahrgenommen, merkte Graschdankin an.

Die weitere Einstellung der Russen gegenüber dem Westen hänge nun großenteils von der Entwicklung der russisch-amerikanischen Beziehungen unter Donald Trump ab, fuhr der Experte fort. Aber ein umgehender Sinneswandel sei so gut wie ausgeschlossen. „Das Verhalten der Gesellschaft gegenüber diesen oder jenen Ländern ist beständig und kann sich erst im Laufe von mehreren Jahren verändern“, so Graschdankin.

 

Quelle: Sputnik

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