Die Regierungen der Länder der sogenannten Balkanroute sollten nicht die Entscheidung Brüssels abwarten, sondern selbständig handeln, sagte der Vertreter des ungarischen Innenministeriums, Karol Kontrat, bei einer Sicherheitskonferenz in Wien am Mittwoch.

 

Migranten im griechischen Idomeni

 

„Es ist sinnlos, abzuwarten, bis Brüssel eine Entscheidung trifft. Wir müssen schon jetzt selbst alles unternehmen, um dem Migrantenstrom entgegenzuwirken“, sagte Kontrat im Anschluss an das Treffen.

 

Wie er weiter betonte, wird das ungarische Parlament bis zum 20. April einen entsprechenden Gesetzesentwurf über die Lage der Flüchtlinge im Lande prüfen.

 

Außerdem wurde bei dem Treffen von Regierungsvertreter von 15 Staaten der Balkanroute ein Plan zur verbesserten Kontrolle des Fluchtkorridors vereinbart, wie die österreichische Tageszeitung „der Standart“ berichtet. Bis Ende April soll der Plan zur Bekämpfung von „illegaler Migration“ und Schlepperkriminalität stehen.

 

Europa durchlebt zurzeit die schwerste Migrationskrise seit dem Zweiten Weltkrieg. Sie wurde vor allem durch etliche bewaffnete Konflikte und Wirtschaftsprobleme im Nahen Osten und in Nordafrika ausgelöst. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind seit Anfang 2016 fast 303.000 Flüchtlinge auf dem Seeweg nach Europa gekommen. Im Februar 2016 war die Balkanroute geschlossen worden. Im Ergebnis wurden 60.000 Menschen in Griechenland blockiert.

 

Quelle: Sputnik