Muss WikiLeaks-Begründer Julian Assange die Botschaft Ecuadors zu London verlassen, wenn es in Ecuador zu einem Regierungswechsel kommt?

Im Fall eines Wahlsiegs des ecuadorianischen Präsidentschaftskandidaten der oppositionellen Partei CREO, Guillermo Lasso, soll dem Gründer der Enthüllungsplattform WikiLeaks, Julian Assange, eine Frist von 30 Tagen eingeräumt werden, um die ecuadorianische Botschaft in London zu verlassen, wie die Zeitung „The Guardian“ berichtet.

„Das ecuadorianische Volk zahlt einen Preis, den es nicht zahlen sollte. Wir werden nach Erhalt eines Mandats Herrn Assange höflich darum bitten, die Botschaft binnen 30 Tagen zu verlassen“, so Lasso gegenüber dem Blatt. Für Assange sei es an der Zeit, sein Leben selbst zu regeln, weil sein Asyl in der Botschaft das Land viel zu viel koste und nicht mehr gerechtfertigt sei.

Unabhängig davon, wer in Ecuador am 19. Februar zum Präsidenten gewählt wird, wächst die Wahrscheinlichkeit dessen, dass Assange die Vertretung des Landes, wo er schon seit mehr als vier Jahren lebt, bald verlassen muss.

„Unsere Mitarbeiter haben vieles durchgemacht.

Das ist wohl die meistbeobachtete Botschaft auf dem Planeten“, zitiert das Blatt den ecuadorianischen Außenminister Guillaume Long. Laut Long wohnt Assange in einem der vier Büroräume der Botschaft. Obwohl der WikiLeaks-Gründer selbst das Verhältnis zum Personal als „familiär“ bezeichnet, komme es ab und durchaus zu Reibungen.

Der WikiLeaks-Gründer hatte 2012 Zuflucht in der ecuadorianischen Botschaft in London gesucht, um einer Auslieferung nach Schweden zu entgehen. Dort wird dem Australier Vergewaltigung und sexuelle Belästigung vorgeworfen. Seine Schuld streitet der Journalist allerdings ab. Assange befürchtet außerdem, dass die schwedischen Behörden ihn weiter an die USA überstellen werden, wo ihm wegen der Veröffentlichung von brisanten Informationen sogar die Todesstrafe drohen könne.

 

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