Das moldauische Unternehmen „Auto-Prezent“ hat in Russland Kamaz-Motoren für zivile Zwecke gekauft, wie Generaldirektor Vladimir Orgetkin am Freitag sagte. Aber nicht, um sie an die Ukraine, sondern an eine deutsche Firma weiter zu verkaufen.

„Man darf Politik nicht mit Geschäft verwechseln. Wir haben mit Waffen nichts zu tun. Wir beschäftigen uns mit Kamaz-Motoren, den einfachsten Automobilmotoren, die nur für zivile Zwecke bestimmt sind. Wir haben keine Motoren zum weiteren Verkauf an die Ukraine gekauft“, so Orgetkin.

Seine Autowerkstatt soll mit einer deutschen Firma einen Vertrag über eine einmalige Lieferung von Motoren abgeschlossen haben. Von weiteren Plänen des Käufers wisse Orgetkin nichts.

Wie der Leiter des Pressedienstes des russischen Autoherstellers Kamaz, Oleg Afanasjew, im Interview gegenüber Sputnik sagte,  haben Vertreter des Betriebes mit diesen Lieferungen nichts zu tun.

„Kamaz liefert seit 2014 keine Motoren an die Ukraine. Seit 2014 arbeitet Kamaz nicht mit ukrainischen Vertretern, nachdem die Kämpfer des ‚Rechtes Sektors‘ unsere Lkws in Besitz genommen haben. Danach haben wir alle unsere Verkaufszentren in der Ukraine geschlossen und unterhalten auch zurzeit aus diesem Grund keine Kontakte mit diesem Land“, so Afanasjew.

Wie diese konkreten Motoren in die Ukraine gelangt seien, wisse er auch nicht.

Zudem gab Afanasjew zu, dass Motoren für Kamaz-Militärtechnik gar nicht über Vermittler ins Ausland geliefert würden. Diese Motoren würden unbedingt von Spezialorganen kontrolliert. Und mit Moldawien wirke Kamaz ausschließlich im zivilen Bereich zusammen.

Zuvor hatten ukrainische Medien berichtet, dass das Tochterunternehmen des ukrainischen Rüstungskonzerns „Ukroboronprom“, „Ukrinmasch“, mit Hilfe moldawischer Vermittlungsfirmen in Russland 20 Motoren für Schützenpanzerwagen BTR-80 gekauft habe.  Und das angeblich mit beträchtlichem Aufschlag. Die Werchowna Rada (Parlament) der Ukraine will nun diese Informationen prüfen.

Laut den ukrainischen Medien soll „Ukrinmasch“  15.000 US-Dollar (umgerechnet zirka 14.00 Euro) je Motor gezahlt haben, obwohl sein realer Preis in Moldawien unter 10.000 Euro liegen soll. Laut dem Sender hatte „Ukrinmasch“ zuvor auch Raupenbänder und Motoren russischer Produktion für ukrainische Panzertechnik unter Vermittlung der britischen Firma „Rion Assets Company LTD“ erworben, ebenfalls viel teurer als im Herstellerland. „Ukroboronprom“ wies aber diese Informationen zurück.

Die Zusammenarbeit zwischen russischen und ukrainischen Rüstungsbetrieben war 2014 wegen der zwischen Moskau und Kiew entstandenen Krise praktisch unterbrochen worden.

 

Quelle: Sputnik