Die französischen Republikaner wollen künftig gerichtlich gegen diejenigen Medien vorgehen, die ihren Präsidentschaftskandidaten Francois Fillon diskreditieren, wie die russische Zeitung „Iswestija» am Freitag schreibt.

 

Frankreichs Präsidentschaftswahlkampf

 

Fillon hat demnach eigentlich trotz aller Skandale nach wie vor gute Chancen, die Stichwahl zu erreichen. Und von einem möglichen „Enthüllungskrieg“ könnte vielmehr Emmanuel Macron betroffen werden.

 

Der Skandal um Fillon war vor mehreren Wochen ausgebrochen, als berichtet worden war, dass seine Frau Penelope einst fiktiv als Assistentin eines Abgeordneten angestellt gewesen sei. Die Umfragewerte Fillons sanken sofort drastisch.

 

Der „Republicains“-Vertreter in Russland, Alexis Tarrade, führt die Kritik an Fillon derweil auf „Intrigen der Konkurrenz“ zurück. „Es entsteht der Eindruck, dass sie ihn disqualifizieren wollen“, sagte er gegenüber «Iswestija». „Ich bin mir sicher, dass, wenn Herr Fillon seine Unschuld bewiesen hat, manche Medien wieder Informationen suchen werden, um ihn zu behindern. Dennoch hat unser Kandidat seine Anhänger überzeugt, dass ihn das nicht aus dem Wahlrennen verdrängen wird“, versicherte Tarrade.

 

„Trotz aller unserer Erklärungen und Dementis schaden die in den Medien verbreiteten Lügen unserem Ruf. Wir werden dagegen kämpfen, unter anderem auch gerichtlich“, sagte ein „Republicains“-Sprecher gegenüber «Iswestija».

 

Der Präsidentschaftswahlkampf in Frankreich sei zu einer beispiellosen Schlammschlacht geworden, stellte Sergej Fjodorow vom russischen Europa-Institut fest. „Francois Fillon wird von den Medien wirklich massiv angegriffen, doch diese Welle wird nachlassen, so dass er die Chance bekommt, sich zu sammeln und einen Gegenschlag zu versetzen. Fillon selbst erklärte öfter, 90 Prozent aller Medien würden gegen ihn agieren“, so der Experte. „Doch es stellen sich viele Fragen, darunter auch  bezüglich der Quellen dieser aufsehenerregenden Informationen. Denn es ist nicht so leicht, solche Informationen zu finden, und es wäre interessant, zu erfahren, wer dahinter gestanden haben könnte. Ich denke, da könnten die Behörden ihre Finger im Spiel gehabt haben.“

 

Fillon habe gute Chancen, die Stichwahl zu erreichen. „Vom Rückgang der Popularitätswerte Francois Fillons hat Emmanuel Macron sehr profitiert. Aber seine Kandidatur ruft viele Fragen hervor. So tut er sein ‚Bestes‘, um die Finanzquellen seines Wahlkampfes zu verheimlichen. Da könnte eine Ermittlung aufgenommen werden. Fillon hat wirklich gute Chancen, zweitplatziert zu werden, aber dafür muss er alle seine Kräfte und Erfahrung einsetzen. Er könnte durchaus von diesem Medienangriff profitieren, sich als Opfer darstellen und die Unterstützung der Wähler gewinnen“, vermutete der Politologe.

 

Aktuell gilt die Vorsitzende des rechten Front National, Marine Le Pen, als Favoritin für das Präsidentenamt. Laut jüngsten Umfragen könnten mehr als 80 Prozent der befragten Franzosen für sie stimmen. Nach dem Skandal um Fillons Frau liegt Emmanuel Macron auf dem zweiten Platz, während der Republikaner drittplatziert ist.

 

 

Die erste Präsidentschaftswahlrunde findet am 23. April statt.

 

Quelle: Sputnik

 

 

 

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