Das ukrainische Militär vermisst nach eigenen Angaben eine Gruppe von Soldaten, die nach einer Spähmission im abtrünnigen Gebiet Lugansk nicht zurückgekehrt sein soll.

 

Ukrainische Soldaten im Donbass

 

„Eine Militärgruppe hatte die Aufgabe, von unseren vordersten Stellungen aus den Feind zu beobachten“, teilte Dmitri Sawtonow, Presseoffizier der ukrainischen operativ-taktischen Truppengruppe Lugansk, am Samstagabend mit. Danach habe man die Verbindung zu der Gruppe verloren. Die Armee habe einen Suchtrupp in die Region entsandt, fügte der Presseoffizier ohne nähere Angaben hinzu.

 

Die Kämpfe in der Ost-Ukraine waren Ende Januar wieder aufgeflammt. Am schwersten betroffen waren Awdijiwka und Jasinnowataja unweit von Donezk, der Hauptstadt der von Kiew abtrünnigen „Donezker Volksrepublik“. Donezk selbst wurde nach Angaben der dortigen Behörden aus Mehrfachraketenwerfern „Grad“ und „Uragan“ beschossen.

 

Beide Seiten – die Regierungsarmee und die Volksmilizen – warfen sich gegenseitig vor, eine Offensive versucht und dadurch die Minsk-Abkommen verletzt zu haben. Später hieß es aus dem Kiewer Verteidigungsministerium jedoch, die Regierungstruppen seien „Meter um Meter heldenhaft vorgerückt“.

 

Die Eskalation fiel mit dem Besuch des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko in Deutschland zusammen, wo er für neue Sanktionen gegen Russland warb. Nach Angaben der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) wächst in der deutschen Regierungskreisen die Erkenntnis, dass hinter der neuen Verschärfung der Donbass-Krise ein Kalkül Poroschenkos stecke.

 

Der militärische Konflikt im ostukrainischen Kohlerevier Donbass schwelt seit rund zwei Jahren. Die ukrainische Regierung hatte im April 2014 Truppen in die östlichen Kohlefördergebiete Donezk und Lugansk geschickt, nachdem diese den nationalistischen Staatsstreich vom Februar in Kiew nicht anerkannt und unabhängige „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten.

 

Bei den Gefechten zwischen dem Kiew-treuen Militär und örtlichen Bürgermilizen sind laut UN-Angaben mehr als 9500 Menschen ums Leben gekommen. Formell gilt seit September 2015 in der Region eine Waffenruhe.

 

Quelle: Sputnik

 

 

 

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