Offene Grenzen und eine liberale Zuwanderungspolitik sind kein Naturgesetz. Dass es auch ganz anders geht, zeigt Japan. Laut der Nachrichtenagentur Reuters wurden 2016 im Land der aufgehenden Sonne von insgesamt 10.901 Asylanträgen gerade einmal 28 positiv entschieden.

Damit liegt in Japan die Anerkennungsquote bei gerade einmal knapp 2,6 Promille. 2015, als 44 Prozent weniger Asylanträge gestellt wurden als 2016, erhielten ganze 27 Personen Asyl.

Unter den 28 Personen, denen Japan 2016 Asyl gewährte, befinden sich sieben Afghanen, vier Äthiopier und drei Eritreer.

Anders als viele europäische Länder verfolgt Japan das erklärte Ziel, Asylmißbrauch schon im Keim zu ersticken. Laut Statistik wurden die meisten Asylanträge in Japan von Bürgern aus Indonesien, Nepal und den Philippinen gestellt. Diese sind aber in Tokio chancenlos. Zudem wurde in Japan im Vorjahr 97 Personen ein Bleiberecht aus humanitären Gründen eingeräumt, ohne daß den Betroffenen jedoch der Asylstatus zuerkannt wurde.

Die japanische Politik verfolgt auch nicht die fragwürdige Strategie, die ungünstige demographische Entwicklung durch den Zuzug aus dem Ausland, etwa durch „Flüchtlinge“, auszugleichen. „Ich würde sagen, daß, bevor wir Einwanderer oder Flüchtlinge akzeptieren, Frauen und ältere Menschen auf dem Arbeitsmarkt aktiver sein müssen und wir die Geburtenrate erhöhen müssen. Es gibt viele Dinge, die wir tun sollten, bevor wir Einwanderer ins Land lassen“, sagte der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe 2015 am Rande der UNO-Vollversammlung Journalisten gegenüber.

Dennoch stiehlt sich auch Japan nicht aus seiner humanitären Verantwortung und hilft im Bedarfsfall dort, wo Hilfe am wirksamsten ist: vor Ort. Für die nächsten drei Jahre versprach Tokio zur Bewältigung der anhaltenden Flüchtlingskrise eine Finanzhilfe in Höhe von 2,8 Milliarden US-Dollar. Im Vorjahr stellte Japan dem UNO-Flüchtlingshochkommissariat 165 Millionen US-Dollar zur Verfügung. Nur die USA und Deutschland gaben mehr.

Quelle: Zuerst!

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