Wasser ist Leben. Darum kämpfen die Bürger gegen die Wasserprivatisierung im Lande, aber sie haben auch mit der Polizei zu kämpfen, die Interessen der Regierung schonungslos durchsetzt.

 Rund 10.000 Menschen haben in Rio de Janeiro am vergangenen Donnerstag erneut gegen die Privatisierung von Wasser und Abwasser protestiert. An einer Kundgebung vor der Gesetzgebenden Versammlung (Alerj), wo um 19 Uhr eine Diskussion über die Privatisierung des bundesstaatlichen Unternehmens Cedae anberaumt war, nahmen Beamte und Angestellte der Cedae sowie Gewerkschaftsmitglieder der Sintasma-RJ (Sindicato dos Trabalhadores em Saneamento Básico e Meio Ambiente do Rio de Janeiro), aber auch Schüler, Studierende und Aktivisten teil, schreibt das Portal Amerika 21.

Von  für amerika21

Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstrierenden. Die Polizei griff zu Pfefferspray, Wasserwerfern, Gasbomben und Gummigeschossen, um sie zurückzudrängen. Auch ein Panzerwagen wurde eingesetzt. Es gab eine Vielzahl von Verletzten. Ein 18-jähriger Schüler wurde durch ein Gummigeschoss schwer verletzt, auch ein Journalist des Esquerda Diario musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Polizei hatte ihn trotz Presseausweis und ausdrücklichem Hinweis auf seine Tätigkeit attackiert.

Die Demonstrationsteilnehmerin und Aktivistin Beatriz Lopez berichtet, es seien auch scharfe Waffen verwendet worden. Trotz der massiven polizeilichen Repression kehrten die Demonstranten am Nachmittag zur Alerj zurück, um dort den Protest bis zum Abend fortzusetzen.

Der Gouverneur von Rio de Janeiro, Luiz Fernando Pezão, hat vor, das Wasserunternehmen Cedae teilweise zu privatisieren. Die Bereiche der Wasserlieferung und des Abwassers, laut einem Mitarbeiter der Cedae die gewinnbringendsten Komponenten, sollen an Privatunternehmen abgegeben werden. Zuletzt hatte die Firma laut der Gewerkschaft Sintsama stark in den Ausbau der Wasserleitungen und des Abwassersystems investiert.

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