Griechenland: Regierung will die Rothschild-Bank als Berater haben

Veröffentlichungsdatum: 16 02 2017, 08:45

In Griechenland kriselt es wieder. Als Insolvenzberater wünscht man sich ein bekanntes Imperium in der Finanzwelt. Das Rothschild-Bankenimperium soll Griechenland dabei helfen, die Schuldenkrise in den Griff zu bekommen, so die Regierung in Athen, schreibt Marco Maier auf dem Contra Magazin.

Von Marco Maier :

Während die Befürchtungen über den griechischen Schuldenberg und die Bedienung der staatlichen Verbindlichkeiten wachen, sucht Athen offenbar um die Hilfe des Finanzriesen Rothschild an. Wie die «Financial Times» berichtet, wollen die griechischen Behörden ein Treffen durchführen, bevor es am 20. Februar Schuldengespräche mit den Finanzministern der Eurozone gibt, so der Autor. Wie Quellen der US-Finanzzeitung mitteilten, wird erwartet, dass Rothschild Athen in allen Bereichen berät, die mit den Schulden zu tun haben – inklusive den Verhandlungen mit den Geldgebern und mit der Europäischen Zentralbank (EZB), die derzeit monatlich Staatsanleihen der Euro-Länder im Wert von rund 80 Milliarden Euro aukauft und nun auch wieder griechische Bonds erwerben soll.

Die Rothschild Investmentbank wurde vor über 200 Jahren durch Mayer Amschel Rothschild gegründet und durch seine fünf Söhne mittels Filialen ausgedehnt. Heute beschäftigt das Bankhaus mehr als 3.000 Mitarbeiter in vierzig Ländern. Nun soll die einflussreiche Bank die US-Investmentbank Lazard ersetzen, welche im Jahr 2012 die Griechen bei den Bail-out-Gesprächen beriet und derzeit als Finanzberater des griechischen Energieministeriums agiert.

Griechenland sitzt derzeit auf einem Schuldenberg von rund 323 Milliarden Euro, wovon lediglich 36 Milliarden in den Händen privater Investoren und Spekulanten liegen, nachdem die EU im Zuge der Restrukturierung der Schulden diese weitestgehend «vergemeinschaftete». Doch im Juli steht die Zahlung von sieben Milliarden Euro an, welche Athen nicht bezahlen wird können, wenn die Regierung nicht neue Staatsanleihen ausgeben kann. Der Internationale Währungsfonds (IWF) nannte die finanzielle Lage Griechenlands bereits «explosiv».