„Iswestija“: Russland tilgt sämtliche Sowjetschulden — letzte Rate an Bosnien und Herzegowina zurückgezahlt

Veröffentlichungsdatum: 17 02 2017, 19:01

Keine Altlasten, mehr: Russland hat als Nachfolgestaat der Sowjetunion auch deren Schulden geerbt. In diesem Jahr zahlt Moskau den letzten Teilbetrag der Altlasten an Bosnien und Herzegowina zurück, schreibt die russische Tageszeitung.

125,2 Millionen US-Dollar muss Russland demnach noch zahlen, dann seien die Schulden aus der Sowjetzeit beglichen. Der Betrag sei in der Haushaltsplanung für dieses Jahr vorgemerkt worden, habe es aus dem russischen Kabinett verlautet.

Russland und Bosnien hatten laut dem Bericht schon im Dezember 2016 die Rückzahlung von rund 125, 2 Millionen US-Dollar vereinbart. Sarajewo hat den Betrag nach dem Zerfall Jugoslawiens als vererbte Forderung übernommen. Die Regierungen beider Länder haben dem entsprechenden Abkommen vorerst zugestimmt. „Die Zahlung erfolgt in einer Tranche über die Staatsbank VEB. Dort gibt es keine Schwierigkeiten, bis zum Sommer ist die Frage erledigt“, sagte ein Regierungssprecher.

Den Betrag werde Bosnien-Herzegowina nach eigenem Bedarf verteilen: Demnach solle das Land Bund 72,6 Millionen US-Dollar erhalten; weitere 37,6 Millionen würden an die Republika Srpska gehen; 12,5 Millionen Dollar werde Sarajewo für gesamtstaatliche Aufgaben verwenden, schreibt das Blatt. Jüngst hatte Moskau bereits Sowjetschulden an Mazedonien zurückgezahlt. Dabei lieferte Russland Waren und Dienstleistungen im Wert von 60,6 Millionen US-Dollar an die ehemalige Region der Republik Jugoslawien.

2015 tilgte Russland auch einst sowjetische Verbindlichkeiten gegenüber China: 400,97 Millionen Schweizer Franken. Zwei Jahre zuvor hatte Moskau 3,6 Milliarden Dollar an Tschechien, 18 Millionen an Montenegro und 30 Millionen an Finnland zurückgezahlt. Im Jahr 2006 hatte Russland alte Sowjetschulden beim Pariser Klub abgegolten: 23,7 Milliarden Dollar. Im Jahr 2000 zahlte Moskau Schulden aus der Zarenzeit an Paris zurück. Über 100 Jahre hatte Frankreich darauf warten müssen, wie die Zeitung schreibt.

Derweil hat Moskau in den vergangenen 20 Jahren eigene Forderungen in Höhe von über 140 Milliarden Dollar abgeschrieben. Davon wurden laut dem Blatt allein Kuba 30 Milliarden und Nordkorea elf Milliarden Dollar erlassen.

Quelle: Sputnik