Ein knappes Viertel (24 Prozent) der Russen tritt für die Unabhängigkeit der selbsterklärten Volksrepubliken Donezk (DVR) und Lugansk (LVR) ein, wie die jüngste Umfrage des russischen Meinungsforschungsinstituts WZIOM ergab. Indes ist auch der Anteil jener, die eine Aufnahme jener Republiken in den Bestand Russlands befürworten, gestiegen, schreibt der digitale Informationsdienst Sputnik.

Demnach fällt das Ergebnis der Umfrage hinsichtlich der Unabhängigkeit mit dem vom August 2016 praktisch zusammen. Dieser Anteil lag in den vergangenen zwei Jahren zwischen 23 und 29 Prozent.

Inzwischen ist der Anteil jener, die den Beitritt der DVR und der LVR zu Russland unterstützen, etwas gestiegen, und hat damit das Hoch vom April 2014 übertroffen. Der Umfrage zufolge treten zurzeit 18 Prozent der Befragten für die Aufnahme der Republiken in den Bestand Russlands ein, was um vier Prozentpunkte über dem Niveau vom August 2016 liegt.

Derweil ist der Anteil jener, die den Verbleib der Republiken im Bestand der Ukraine, aber nach der Erweiterung der Autonomie der Republiken unterstützen, auf dem bisherigen Mindestniveau von acht Prozent geblieben.

Besonders populär ist bei den WZIOM-Befragten (36 Prozent) nach wie vor die Meinung, wonach sich Russland nicht in den Konflikt einmischen und die Neutralität bewahren soll.

„Nach Ansicht der Mehrheit der Russen, gehören die DVR und LVR schon nicht mehr zur Ukraine. Das ist das Hauptergebnis der Studie“, kommentiert Michail Mamonow vom WZIOM-Institut.

Darüber hinaus hat der Anteil der Befürworter der Hilfeleistung an das offizielle Kiew bei der Wiederherstellung dessen Kontrolle über den Donbass das Hoch vom April 2014 erreicht. Allerdings begrüßen lediglich vier Prozent der Russen diese Idee. Zugleich unterstützten die meisten Russen (82 Prozent) die Lieferung humanitärer Hilfsgüter in den Donbass. Nach dem Wert vom Sommer 2016 (64 Prozent) ist diese Kennziffer deutlich gewachsen. Weitere 14 Prozent vertreten die Auffassung, dass Russland keine Hilfsgüter in den Donbass schicken soll.

Im Rahmen der WZIOM-Studie wurden 1200 Personen am 5. und 6. Februar 2017 telefonisch befragt. Der statistische Fehler liegt bei unter 3,5 Prozent.

Im Osten der Ukraine schwelt seit rund zwei Jahren ein militärischer Konflikt. Die ukrainische Regierung hatte im April 2014 Truppen in die östlichen Kohlefördergebiete Donezk und Lugansk geschickt, nachdem diese den nationalistischen Staatsstreich vom Februar in Kiew nicht anerkannt und unabhängige „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten.

 

 

Bei den Gefechten zwischen dem Kiew-treuen Militär und örtlichen Bürgermilizen sind laut UN-Angaben bislang mehr als 9500 Menschen ums Leben gekommen. Formell gilt seit September 2015 in der Region eine Waffenruhe.

Vertreter der Ukraine und der westlichen Länder hatten Russland mehrmals das Eingreifen in den Donbass-Konflikt vorgeworfen, wobei keine Beweise geliefert wurden. Moskau hatte wiederholt seine Nichtbeteiligung an den Ereignissen im Südosten der Ukraine bekundet.

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