Vertreter der Regierungen von Venezuela und China sind in Caracas zum bereits 15. Treffen der Gemeinsamen hochrangigen Kommission (Comisión Mixta de Alta Nivel) zusammengekommen. Dabei wurden Absprachen über ein weiteres strategisches Vorgehen in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit getroffen, um die Industrialisierung Venezuelas weiter voranzutreiben.

von Amerika 21

Den Vorsitz des Treffens hatte der venezolanische Vizepräsident für Planungsangelegenheiten, Ricardo Menéndez, inne. Des Weiteren nahmen für die Regierung von Präsident Nicolás Maduro der Vizepräsident für Ökonomie, Ramón Lobo, und der Minister für Kommunen, Aristóbulo Isturiz, teil. Von chinesischer Seite waren neben dem Vizepräsidenten der nationalen Kommission für Entwicklung und Reformen (CNDR), Ning Jizhe, auch verschiedene Repräsentanten von Unternehmen anwesend.

Auf dem Treffen wurde diskutiert, auf welche Weise und mit welchen konkreten Investitionsmaßnahmen verschiedene Prozesse der venezolanischen Wirtschaft und dem dort nur schleppend voranschreitenden Aufbau einer produktiven Industrie verbessert werden können. Das Treffen solle «ein Sprung vorwärts bei den Themen Produktion und Lokalisierung von Kapazitäten der in Venezuela ansässigen chinesischen Unternehmen sein, also eine neue Etappe der Beziehungen unserer Länder», äußerte sich Menéndez im Anschluss.

Außerdem wurden Investitionen in den Bereichen der Infrastruktur und im Bauwesen thematisiert. Insbesondere die Instandhaltung  und Bereitstellung der für diese Bereiche notwendigen Maschinen sei von großer Wichtigkeit. Die chinesische Delegation besuchte auch verschiedene Öl-Produktionsstätten und Bauprojekte. Zudem wurde der Import von Fahrzeugen, Computern und weiteren Konsumgütern nach Venezuela diskutiert.

Insgesamt wurden 22 neue Abkommen unterzeichnet, welche mit einem Volumen von 2,7 Milliarden Dollar finanziert werden sollen. Unter anderem soll in China eine Raffinerie mit einer Verarbeitungskapazität von 400.000 Barrel Öl pro Tag errichtet werden. 70 Prozent des Öls, das dann dort weiterverarbeitet wird, solle aus Venezuela stammen. Der venezolanische Staatsbetrieb PDVSA würde 40 Prozent der Anteile halten.

Menéndez stelle zum Abschluss des Treffens «die enorme Kraft» heraus, die aus der Beziehung zwischen Venezuela und China resultiere. Er erwarte, dass die Schwierigkeiten in der Zukunft gemeinsam gemeistert werden.

Die diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern wurden im Jahr 1974 etabliert. Zu einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit kam es aber erst ab dem Jahr 1999, mit dem Amtsantritt von Präsident Hugo Chávez. Die Kommission traf sich 2001 zum ersten Mal und kommt seitdem regelmäßig zusammen, um gemeinsame Projekte und Potentiale zu diskutieren und zu fördern

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