Russland kann sich über einen geopolitischen Erfolg freuen: überraschend unterzeichnete jetzt das nordafrikanische Krisenland Libyen mit dem russischen Energie-Riesen Rosneft ein Abkommen, wonach die Russen in Libyen Öl fördern sollen, schreibt das Deutsche Nachrichtenmagazin Zuerst! auf seiner Internetseite.

Es handelt sich vorerst um eine Absichtserklärung in Gestalt eines Kooperationsrahmen-Abkommens, das inzwischen auch von der russischen Nachrichtenagentur Tass bestätigt wurde.

Die beiden Staatskonzerne wollen laut AFP eine Arbeitsgruppe einrichten, die Kooperationsmöglichkeiten in den Bereichen Ölförderung und Produktion ausloten soll. Erst im vergangenen Monat hatte der Chef des staatlichen libyschen Öl-Riesen National Oil Production (NOC), Sanalla, Pläne angekündigt, um mit ausländischen Investitionen die Ölproduktion bis 2022 auf 2,1 Millionen Barrel am Tag zu erhöhen. Die Investitionen großer internationaler Ölkonzerne seien nötig, „um unsere Produktionsziele zu erreichen und unsere Wirtschaft zu stabilisieren“, erklärte Sanalla.

Derzeit wird Libyen in weiten Teilen von bewaffneten Milizen kontrolliert und produziert nur 600.000 Barrel Öl am Tag. Vor dem Sturz von Präsident Gaddafi durch eine westliche Militärallianz im Jahr 2011 waren es 1,6 Millionen. Derzeit rivalisieren an ausländischen Konzernen um Förderrechte und Pipelines: ENI (Italien), Total SA (Frankreich), Repsol YPF (Spanien), Waha Oil Co. (Ein US-Joint Venture), BP (Großbritannien), ExxonMobil (USA), Statoil (Norwegen), Royal Dutch/Shell (Niederlande/Großbritannien), Gazprom und Rosneft (Rußland), RWE (Deutschland), schreibt Zuerst!

Kritik an dem libysch-russischen Abkommen kam prompt. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz warnte der britische Verteidigungsminister Michael Fallon, daß sich Rußland nicht in Libyen einmischen dürfe: „Putin testet den Westen, er testet die Allianz. Wir brauchen keinen Bären, der seine Tatze ausfährt.“

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