2016 war laut Statistischem Bundesamt das unfallreichste Jahr seit der Wiedervereinigung. Die Zahl der Verkehrstoten sank allerdings kontinuierlich auf den inzwischen niedrigsten Stand seit mehr als 60 Jahren.

Einzig in Berlin gab es entgegen dem Trend mehr Tote, insgesamt 56 Menschen kamen bei Verkehrsunfällen ums Leben, acht mehr als im Vorjahr. Diese ungewöhnliche Entwicklung könnte mit dem vermehrten Aufkommen von illegalen Straßenrennen zusammenhängen, bei denen in den vergangenen Jahren stetig mehr Opfer – unter Fahrern und Unbeteiligten – zu verzeichnen waren.

Insbesondere ausländischstämmige Raser halten in deutschen Großstädten vermehrt solche Rennen ab, in manchen Städten haben die örtlichen Polizeireviere schon Sondereinheiten gegen die Raser gebildet. Vor dem Berliner Landgericht müssen sich aktuell Hamdi H. und Marvin N., die bei einem illegalen Straßenrennen den Tod eines Jeep-Fahrers verursacht haben sollen, verantworten. Die Anklage lautet auf Mord, weil die Raser tödliche Folgen billigend in Kauf genommen haben sollen. Die Verteidigung wiederum plädiert auf fahrlässige Tötung, da die Verteidigung die Angeklagten gar nicht für vorsatzfähig hält.

„Diese Menschen ticken anders als unsereiner“, erklärte einer der Verteidiger in seinem Plädoyer am Donnerstag. Die Angeklagten haben sich laut Anklage zufällig an einer roten Ampel getroffen, eine kurze Verständigung habe genügt, um das im Ergebnis tödliche Rennen zu starten. Sie rasten mit bis zu 160 Stundenkilometern über den Ku’damm. An einer Kreuzung raste Marvin N.  in den Jeep des  69jährigen Opfers Michael W., dessen Ampel grün war. Das Auto wurde 70 Meter weit geschleudert. Michael W. hatte keine Überlebenschance.

 

Quelle: Zuerst!