Der moldawische Präsident Igor Dodon hat die Botschafter der USA und Rumäniens, James Pettit und Daniel Ionita, davor gewarnt, sich in seine Tätigkeit einzumischen und ihn zu belehren.

Zuvor hatte die moldawische Onlinezeitung „Independent“ einen Brief des amerikanischen und des rumänischen Botschafters an Dodon veröffentlicht. In dem Schreiben äußerten die Diplomaten ihr Bedauern darüber, dass Dodon moldawischen Soldaten die Teilnahme an dem Militärmanöver verboten hätte, das vom 20. Februar bis zum 1. März im Ausbildungszentrum „Smyrdan“ an der Grenze zu Moldawien stattfindet. An den Übungen nehmen unter anderem die USA, Bulgarien, Mazedonien, Montenegro, Rumänien, Serbien, Slowenien und die Ukraine teil.
Pettit und Ionita warfen Dodon „unfreundliches Verhalten“ vor und wiesen ihn darauf hin, dass wegen seiner Geste die moldawische Armee keine angemessene Vorbereitung bekommen werde, welche zu 80 Prozent auf der Teilnahme an solchen Militärübungen basiere.

Der moldawische Präsident antwortete ebenfalls mit einem Brief. Darin verwies er darauf, dass die Republik Moldawien ein unabhängiger und souveräner Staat sei, und dass der Präsident keine Kommentare und „Moralpredigten“ von außen in Bezug auf seine Tätigkeit und seine Entscheidungen hinnehmen würde.
„Ich bitte darum, den Präsidenten nicht darüber zu belehren, wie dieser zu handeln hat, besonders was seine Verfassungsbefugnisse sowie andere Bereiche angeht“, schrieb Dodon. „Ich glaube nicht, dass in den Ländern, die Sie vertreten, ein Botschafter die Handlungen eines Präsidenten kommentieren kann, besonders was die Stationierung von Streitkräften angeht.“

„Ich würde mir gerne die Reaktion des Weißes Hauses oder des Schlosses Cotrceni (Amtssitz des rumänischen Präsidenten – Anm. d. Red.) auf ähnliche Kommentare ansehen, die von Botschaftern der Republik Moldawien in Washington oder in Bukarest stammen würden“, fügte der moldawische Staatschef hinzu.