Symbolbild

Es ist ein „Integrations“erfolg der eher fragwürdigen Sorte: in der Otto-Glöckel-Volksschule in Wiener Neustadt gibt es erstmals eine Vorschulklasse, in der kein einziges Kind mit Deutsch als Muttersprache mehr vertreten ist.

Wiener Neustadt ist die größte Schul- und Kindergartenstadt Niederösterreichs. Der Migrantenanteil beträgt dort offiziell rund 23 Prozent und bewegt sich damit im österreichischen Spitzenfeld. Das schlägt auf die Bildungseinrichtungen durch: in beinahe der Hälfte der Kindergärten und fünf von acht Volksschulen liegt der Anteil von Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache bei über 50 Prozent. Insgesamt sind es in allen Schulen Wiener Neustadts nur noch knapp über 40 Prozent der Schüler, die Deutsch als Muttersprache sprechen.

Kindergartenpädagogen, Lehrer und Direktoren klagen über katastrophale Deutschkenntnisse der Schüler, insbesonders an sogenannten „Brennpunktschulen“, wo schon infolge der Sprachdefizite nicht mehr an einen geregelten Unterrichtsbetrieb denken ist. Zu einer solchen Brennpunktschule zählt auch die in Rede stehende Otto-Glöckel-Schule. Sogar Bürgermeister Schneeberger muß einräumen, „daß hier ein zielgerichteter Unterricht de facto nicht möglich ist“. Er fordert mehr Unterstützung vom Bildungsministerium in Gestalt von Begleitlehrern und gezielter Sprachförderung.

Reine Ausländerklassen wie nun erstmals in Wiener Neustadt sind in Österreich nichts Neues. In der Vergangenheit waren bereits Linz und Wien betroffen, zum Beispiel im 5. oder 16. Bezirk. Von „Integrations“leistungen der österreichischen Bildungspolitik möchte hier allerdings niemand mehr sprechen.

Quelle: Zuerst!