Das Verhältnis zwischen Deutschland und der Türkei ist einer der größten Belastungsproben in der Gegenwart ausgesetzt. Das sagte Bundesaußenminister Sigmar Gabriel am Dienstag im Zusammenhang mit der Inhaftierung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel in der Türkei.

„Wir alle setzen uns mit großem Nachdruck dafür ein, dass Deniz Yücel so schnell wie möglich frei kommt und dass es zu einer guten Lösung kommt — für Deniz Yücel, für die Presse- und Meinungsfreiheit, aber auch für das deutsch-türkische Verhältnis“, wurde Gabriel von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zitiert.

Zuvor hatte er den türkischen Botschafter in Berlin ins Außenamt einbestellen lassen. Nach Angaben der „Berliner Zeitung“ führte Staatsminister Walter Lindner in Gabriels Auftrag ein Gespräch mit dem Diplomaten.

Dem Botschafter sei deutlich gemacht worden, dass es „sehr große Bewertungsunterschiede“ bei der Presse- und Meinungsfreiheit zwischen beiden Ländern gebe, sagte Gabriel. „Die Solidarität mit Deniz Yücel ist der Ausdruck der klaren Haltung in der deutschen Öffentlichkeit.“

 

Nach 13 Tagen Polizeigewahrsam hatte ein Richter in Istanbul am Montagabend U-Haft für Yücel angeordnet. Diese kann fünf Jahre dauern, bis es zur Freilassung oder zu einem Prozess kommt, in dem die Schuldfrage geklärt wird. Yücel wird Propaganda für eine terroristische Vereinigung und Aufwiegelung der Bevölkerung vorgeworfen, so die dpa.

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