Markiert die Rede des IS-Anführers Abu Bakr al-Baghdadi einen Wendepunkt im Antiterror-Kampf? Oder spielt die Terrormiliz einfach auf Zeit?

 

Abu Bakr al-Baghdadi

 

Der IS-Chef al-Baghdadi habe in einer Rede die Niederlage der Terrormiliz eingestanden und deren Kämpfer dazu aufgerufen, sich in den syrischen und den irakischen Bergen zu verschanzen, berichtete der TV-Sender „Alsumaria“ unter Berufung auf eine Quelle in der irakischen Provinz Nainava.

 

Der russische Nahost-Experte Sergej Demidenko ist überzeugt, dass der Islamische Staat nicht so einfach aufgibt. Al-Baghdadi habe mit seinem Auftritt lediglich eine strategische Neuausrichtung unter neuen Bedingungen verkündet: „Der IS wird seine Strategie neu formatieren. Die Terrormiliz zieht sich zurück, um sich neu zu formieren und dann mit geballten Kräften erneut zuzuschlagen“, betont der Orientalist. Denn das sei eben die Besonderheit der IS-Ideologie, dass sie auf ewigen Kampf ausgerichtet sei.

 

Also: „Solange der IS nicht vollständig entkräftet oder vernichtet ist, kann von einem Ende dieser Doktrin keine Rede sein“, mahnt der Experte.

 

Die Lage in Afghanistan 2001 und im Irak 2007 sei vergleichbar gewesen, merkt er an: „Nach den US-Angriffen haben sich die Taliban zunächst zerstreut, dann aber neugruppiert und den Partisanenkampf von neuem angefangen.“ Damals habe es geheißen, mit der islamistischen Gefahr sei es vorbei. Doch die Ideologie habe in Form des IS ihr Comeback erlebt.

 

Was von al-Baghdadis „Abschiedsrede“ mit Bestimmtheit zu erwarten sei, seien weitere Terroranschläge nicht nur in Europa, sondern auch in Asien: „Diese Ideologie ist auf Krieg eingestellt“, so der Nahost-Experte. „Für sie ist die ganze Welt eine Welt des Krieges. Und in einer solchen Welt braucht es einen permanenten Dschihad. Deshalb sind überall Terroranschläge zu erwarten“, mahnt der Beobachter.

 

Quelle: Sputnik

 

 

 

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