Ob Bild, RTL, Krone, ARD, ZDF oder ORF – Die Medienmacht sorgt für die Etablierung von Machtmedien. Doch diese Ära findet gerade ein Ende, schreibt Marco Maier, Chefredakteur vom Contra Magazin.

Von Marco Maier auf Contra Magazin

 

Gerade im Medienbereich gilt eigentlich der Grundsatz, dass mit einer hohen Reichweite nicht nur der Einfluss auf die öffentliche Meinung durch die veröffentlichte Meinung einher geht, sondern auch eine bestimmte Grundverantwortung. Doch gerade der «Boulevard», wie man ihn in Form von «Bild» und «Krone» kennt, aber auch der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk (ARD, ZDF, ORF…), haben hier eine tragende Rolle inne.Doch wo man auch hinsieht, wird die Rolle der Medien (neben Legislative, Exekutive und Judikative) als «Vierte Gewalt» im durch politisch-mediale Verquickungen konterkariert. Nicht nur bei den Staatssendern, sondern auch beispielsweise durch Beteiligungen bzw. Eigentümerschaft von Parteien und Politikern an Medienunternehmen, oder aber auch durch die enge Verbindung von Leitjournalisten in den Hauptstädten mit den Spitzenpolitikern. Wenn ein Joachim Sauer, seines Zeichens Ehemann von Bundeskanzlerin Angela Merkel im Vorstand des Springer-Verlages sitzt, ist dies ebenso ein fragwürdiger Umstand.

Demokratiepolitisch ist das allerdings ein Irrsinn. Wenn Parteien und/oder Politiker Medien besitzen, dann muss dies auch entsprechend gekennzeichnet werden. Es ist das Recht der Medienkonsumenten, über solche Verbindungen bescheid zu wissen, damit sie die dortigen Meldungen auch entsprechend einordnen können. Doch das Vertrauen in die Mainstreammedien verschwindet langsam aber sicher, was sich auch an den seit langer Zeit sinkenden Auflagezahlen erkennen lässt. Die Machtmedien verlieren zumindest teilweise an Meinungsmacht, was auch dem Internet zu verdanken ist und natürlich auch den kritischen alternativen Medien, die auf die Lügen- und Lückenpresse aufmerksam machen. Dort wo diverse Leitjournalisten früher bedenken- und gewissenlos ihren Propagandaauftrag ausführen konnten, sehen sie sich heute einer zunehmend kritischeren Schar an Medienkonsumenten gegenüber, die dann auch schon mal mit einer Abokündigung abstimmen.

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