China wappnet sich für den modernen Krieg im Netz und will in seinem Land die Souveränität über das Internet bewahren. Mit Sorge betrachtete Peking amerikanisches Agieren im Schatten des Arabischen Frühlings und beugt ausländischen Unruhestiftern vor.

Auf der südkoreanischen Halbinsel haben die Kriegsspiele zwischen US-Amerikanern und ihren südkoreanischen Kollegen begonnen. Zu Lande, zu Wasser und in der Luft erproben Truppen beider verbündeter Nationen einen möglichen Angriff auf Nordkorea.

Den auf zwei Monate anberaumten Übungen schließen sich aber auch Manöver auf einer weiteren Ebene an, in ihnen simulieren die Soldaten der Cyberkrieg.

China warnte bereits wiederholt vor den neuen Schlachtfeldern und will sich für mögliche Übergriffe wappnen. Chinas große Firewall filtert auf Hochtouren und versucht die Herrschaft über das Netz im Land nicht zu verlieren.

Die Chinesen stehen im globalen Vergleich an der Spitze der Internet-Nutzer. Im Jahr 2016 hatten 721.434 547 Millionen Chinesen einen Internetzugang. An zweiter Stelle steht Indien und an Dritter die USA. Auch im Online-Handel ist China Spitzenreiter. Die bekanntesten Konzerne des chinesischen Handels sind dabei Alibaba, die Tencent Holding und die Sina Corporation.

Die Regierung fördert zudem lokale Firmen, die Halbleiter und Server herstellen. Diese sollen diejenigen der westlichen Länder ersetzen. Westliche Firmen, die auf dem chinesischen Markt punkten wollen, passen sich an. LinkedIn beugte sich beispielsweise den Vorgaben und zensierte seine Inhalte.

Die Regierung in Peking betrachtet ihr Projekt als gelungen. Man habe die perfekte Balance zwischen Regulierung und Freiheit erreicht. In China selbst wird die chinesische Firewall als Goldenes Schild bezeichnet. Dieses Goldene Schild verbietet den Zugang zu Facebook, YouTube und Twitter. Die US-amerikanische Handelskammer Chinas kritisiert das Vorgehen der Regierung, welches einen Nachteil für amerikanische Firmen in China im Online-Handel darstellt.

China sieht das Problem darin, dass andere Länder die Vorherrschaft über das Internet beanspruchen und sogar offensiv anstreben. Aber gerade hier sollte die staatliche Souveränität gewahrt bleiben. Die USA beschuldigen China ihrerseits, für Hackerangriffe auf amerikanische Regierungscomputer verantwortlich zu sein.

Im Jahr 2015 schrieb die chinesische Zeitung China Youth Daily, dass die sozialen Medien für den Ausbruch der Unruhen im Nahen Osten und Nordafrika zu verantworten sind. Der Missbrauch des Internets wäre an den dortigen Versuchen schuld, Regierungen zu stürzen. Die Amerikaner agierten im Schatten der Aufstände und China müsse sich gegen diesen Einfluss zur Wehr setzen.

Ein jüngster Hackerangriff auf Südkorea könnte jedoch aus chinesischer Hand stammen. Die Webseite des Zollfreien Kaufhauses von Lotte wurde nach Bekanntgabe der Unterzeichnung des Landtausches zu Gunsten des THAAD-Systems gehackt und war kurzfristig offline.

Die Firma Lotte ist einer der führenden Konzerne Südkoreas. China ist der größte Markt außerhalb seiner Heimat. China hatte bereits im Vorfeld des Landtausches Sanktionen gegen Geschäfte Lottes verhängt. Das Unternehmen hatte sich dazu bereiterklärt, einen firmeneigenen Golfplatz in Seongju den USA zur Verfügung zu stellen. Diese könnten darauf ihr THAAD-Raketenabwehrsystem stationieren.

In der Volksrepublik bekam Lotte diese Entscheidung nicht gut: Peking stoppte ein aufwändiges Bauprojekt, chinesische Autoritäten suchten intensiv in der Buchhaltung der Firma nach Fehlern und chinesische Touristen wurden angewiesen, nicht mehr in zollfreien Lotte-Geschäften einzukaufen.

Quelle: RT Deutsch

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