Nach den Wikileaks-Enthüllungen über ein CIA-Hacker-Zentrum im Frankfurter US-Generalkonsulat bringen deutsche Medien einige Details über die nachrichtendienstlichen Aktivtäten der Amerikaner ans Licht.

 

CIA

 

Dass das Generalkonsulat in Frankfurt eine zentrale Rolle spiele, sei keine Überraschung, schreibt Peter Badenhop in der „Frankfurter Allgemeinen“. Für Washington sei der Standort am Main von enormer Bedeutung: Das frühere Militärhospital in Eckenheim sei mit 30.000 Quadratmetern Büro- und Arbeitsfläche und mehr als 1000 Mitarbeitern die zentrale Drehscheibe zur Versorgung und Unterstützung praktisch aller amerikanischen Auslandsvertretungen.

 

Vor allem der bestens vernetzte Flughafen ermögliche es den Amerikanern, Rhein-Main als „Hub“, als diplomatische Drehscheibe zu nutzen: „Täglich starten Maschinen mit Mitarbeitern und Material auf dem Frankfurter Flughafen in Richtung Osteuropa, Nahost, Afrika und Asien.“

 

Mindestens 200 Agenten

 

Der Autor konstatiert, dass Frankfurt nicht nur für die Diplomaten, sondern auch für geheimdienstliche Operationen ein zentraler Standort sei: „Mindestens 200 CIA-Leute sollen in der Stadt tätig sein. Offiziell hat die NSA ihre Deutschland-Repräsentanz in Stuttgart, wo auch das Oberkommando der amerikanischen Streitkräfte in Europa ansässig ist. Der Schwerpunkt der NSA-Aktivitäten dürfte dennoch im Rhein-Main-Gebiet liegen.“

 

Ein früherer CIA-Agent soll bereits 2009 gegenüber der „New York Times“ bestätigt haben, dass von Frankfurt aus geheime Operationen gesteuert und Agenten in Afghanistan, Pakistan, auf der Arabischen Halbinsel und in Afrika versorgt wurden.

 

Wie groß die ‚Hacker-Flotte‘ der CIA in Frankfurt ist, geht aus den von Wikileaks veröffentlichten Dokumenten nicht hervor.„Insgesamt gibt es nach Angaben der Enthüllungsplattform aber mehr als 5000 registrierte User im ‚Center for Cyber Intelligence‘, dem organisatorischen Dach für diese CIA-Aktivitäten“, so der SZ-Artikel. Laut Wikileaks reisen die Hacker mit Hilfe von Diplomatenpässen („black passports“) nach Deutschland ein und können sich dann auch in 25 weiteren europäischen Ländern ohne weitere Kontrollen bewegen — dank der allgemeinen Reisefreiheit im Schengen-Raum.

 

Laut Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ haben die Amerikaner in einem Umkreis von etwa 40 Kilometern um Frankfurt zudem ein dichtes Netz von Außenposten und Tarnfirmen angesiedelt. „Das von Wikileaks veröffentlichte Material enthält eine Art Anleitung für neu in Frankfurt ankommende US-Geheimdienstler. Sie gibt eine Einführung in die deutschen Ladenöffnungszeiten (Sonntag geschlossen), die örtliche Gastronomie (‚Wir empfehlen, das Essen an Tankstellen zu meiden‘) bis hin zu den Vorzügen bestimmter Fluglinien“, schreiben John Goetz und Frederik Obermaier in ihrem Beitrag.

 

Auch eine Einheit des „Special Collection Service“, der unter anderem das Handy von Kanzlerin Angela Merkel ausspioniert haben soll, soll in Frankfurt stationiert gewesen sein.  Nach der Abhöraffäre habe der deutsche Verfassungsschutz 2013 zur Spionageabwehr einen Hubschrauber über dem Gelände kreisen lassen.“ Damit wollte er herausfinden, ob sich eine Abhöranlage auf dem Dach befindet.“

 

Quelle: Sputnik