Moskau will laut Kremlsprecher Dmitri Peskow die CIA-Dokumente, die von der Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlicht wurden, genauer einsehen. Eine Überraschung seien sie jedoch nicht: Washington habe ja keinen Hehl daraus gemacht, dass es russische Diplomaten und Politiker aktiv abhöre.

„Zusammen mit der Weltgemeinschaft haben wir natürlich den veröffentlichten Daten unsere Aufmerksamkeit geschenkt. Sie sind beachtenswert und man sollte sich darin genauer einlesen“, so Peskow am Donnerstag. Zugleich betonte er, der Kreml sei sich ohnehin dessen bewusst, dass US-Behörden russische Vertreter aktiv abhörten. Dies treffe auch auf den russischen Botschafter in den USA, Sergej Kisljak, zu.

„Das wird ja auch von niemandem verheimlicht, daher brauchte WikiLeaks die Information hier nicht zu enthüllen – man konnte selbst darauf kommen“, so Peskow auf die Frage, ob Moskau von fünf CIA-Servern  mit dem Namen „PocketPutin“ (zu Deutsch: Taschen-Putin) Bescheid wisse, mit denen der russische Präsident angeblich abgehört werden soll. Am Dienstag hatte WikiLeaks die bislang größte Enthüllung von CIA-Geheimdaten mit dem Codenamen „Vault-7“ gestartet. Schon allein der erste Teil der Daten unter dem Namen „Year Zero“ enthält 8761 Dokumente aus einem isolierten Hochsicherheits-Netzwerk des Geheimdienstes.

Die neue Veröffentlichung soll einen Überblick über das geheime Hacking-Arsenal der CIA – Schadsoftware, Viren, Trojaner – und das gezielte Ausnutzen von Schwachstellen in Systemen (sogenannte Zero-Day-Exploits) geben. Mit diesen Mitteln könnten WikiLeaks zufolge iPhones von Apple, Android-Geräte von Google, Windows-Rechner und sogar Fernseher angegriffen werden.