Munitionsdepots der Bundeswehr sollen massiv geschrumpft sein. 25 Millionen Schuss für das Sturmgewehr G36 müssen nachbestellt werden. Der Zustand der materiell-technischen Basis der Bundeswehr ist heute problematisch, obwohl die Verteidigungsausgaben nicht geringer werden, sagte der Militärexperte Alexej Leonkow für Sputnik.

 

Rekruten lernen den Übergang vom Gehen ins Gleiten im Rahmen der Allgemeinen Grundausbildung (AGA) bei der Übung Bewegungsarten im Gelände auf dem Truppenübungsplatz Döberitzer Heide, am 16.11.2016

 

„Noch im November des vergangenen Jahres bekam ‚Die Welt‘ ein Dokument zur Verfügung gestellt, in dem mit Unterschrift der Bundesministerin von der Leyen berichtet wurde, dass die Bundeswehr bis zum Jahr 2021 das nötige Maß an Kampfkraft nicht beibehalten werde. Das Problem mit der Munition gab es schon seit Langem. Zum ersten Mal hatte man sich damit ernsthaft im Jahr 2014 beschäftigt. Es wurde berichtet, dass es zum Sturmgewehr G36, für das 25 Millionen Patronen bestimmt seien, ernste Beanstandungen gab. Bei großer Intensität des Schießens würde es sich erhitzen und könnte die Hände versengen. Darüber hinaus habe von der Leyen 2015 beschlossen, den Leopard-Panzerpark mit weiteren 100 Einheiten zu komplettieren. Es stellte sich heraus, dass die Leopard-Panzer veraltet sind und neue Munition brauchen, die die deutsche Industrie aber bereits nicht mehr produziert.“

 

Der Experte führt Zahlen an, die für sich selbst sprechen. In der Flotte sei von vier U-Booten nur eines gefechtsbereit. Von den elf Fregatten, dem Stolz der Flotte, könnten nur sieben die offene See erreichen. Und das, obwohl die Verteidigungsausgaben nicht geringer werden.

 

„Im Jahr 2016 hat das Bundesverteidigungsministerium ferngesteuerte Schiffs-Raketen gekauft, die Ausgaben lagen bei rund 60 Millionen Euro. In der Tat sind diese Raketen nicht in der Lage, Ziele auf dem Festland zu treffen. Oder ein anderes Beispiel: Vor kurzem wurde der deutsche Schützenpanzer ‚Puma‘ von Reinmetall vorgestellt – für die Eindämmung der angeblichen ‚russischen Aggression‘. Es stellte sich heraus, dass sie ein Problem mit der Gehäusedichtheit haben. D.h. diese Maschine kann nicht schwimmen wie die russischen Schützenpanzer BMP-3 und BMD 4.“

 

Laut dem Militärexperten sei der Zustand der materiell-technischen Basis der Bundeswehr heute problematisch. Die Ursache hierfür liege in der Auseinandersetzung zwischen Politik und Rüstungsindustrie. Von der Leyen habe angekündigt, dass Deutschland seine Militärausgaben auf zwei Prozent des BIP erhöhen würde. Dennoch werde es kaum gelingen, die Kampfbereitschaft der deutschen Armee wieder auf das Niveau von 1991 zu bringen, als der Kalte Krieg zu Ende war. Dazu seien bis zu zehn Jahre erforderlich, betonte der Experte.

 

Quelle: Sputnik

 

 

 

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