Die Regierung in Damaskus hat darin eingewilligt, dass die irakische Armee IS-Stellungen auf dem Territorium Syriens angreifen darf

„Unsere Länder sind auf eine gemeinsame Gefahr gestoßen. Der Irak, wie auch Syrien, wiedersetzt sich den IS-Extremisten“, sagte der Abgeordnete Sadschi Taama von der Baath-Partei. „Wir hatten schon vor einigen Jahren den Kampf gegen den Terrorismus koordiniert. Und solche Aussagen (seitens des irakischen Premiers Haider al-Abadi) hätte es nie gegeben, wenn Damaskus nicht der Teilnahme der irakischen Luftwaffe an Einsätzen auf syrischem Territorium zugestimmt hätte.“

Der Parlamentarier schloss nicht aus, dass künftig auch die syrischen Luftstreitkräfte IS-Kämpfer in den irakischen Grenzgebieten verfolgen könnte. Zuvor hatte Iraks Regierungschef Haider al-Abadi erklärt, Bagdad sei bereit, gegen die Extremisten nicht nur im eigenen Land, sondern auch in den Nachbarländern vorzugehen, vor allem in Syrien. „Ich würde nie zweifeln, dass Schläge gegen Terroristenstellungen in den Nachbarländern versetzt werden müssen. Wir setzen den Kampf fort.“ Zugleich versicherte al-Abadi, dass Bagdad die Souveränität der Nachbarländer respektiert.

Die irakische Luftwaffe hatte auch schon früher IS-Stellungen in Syrien angegriffen, und zwar Ende Februar nahe der Stadt Albu-Kamal. Damals wurde speziell betont, dass Bagdad und Damaskus das abgesprochen hätten.

 

Darüber hinaus gibt es in Bagdad ein gemeinsames Informationszentrum zur Terrorbekämpfung, in dem Experten aus Russland, Syrien, dem Iran und dem Irak tätig sind.

Der russische Diplomat a.D. Wjatscheslaw Matusow betrachtet die Koordinierung der Aktivitäten zwischen Damaskus und Bagdad als Beweis für eine wesentliche Veränderung der Position der regionalen Akteure: „Es ist offensichtlich, dass die Administration des früheren US-Präsidenten Barack Obama den Mitgliedern der von den USA angeführten Anti-Terror-Koalition, der auch der Irak angehört, Kontakte mit der syrischen Regierung untersagte. Jetzt sind in Washington aber andere Kräfte an der Macht, und sie gehen auf ihre Weise vor“, so der Diplomat.

„Davon zeugt auch die Entwicklung der Situation um Manbidsch, wo die Kurden, hinter denen die USA stehen, einen Teil des Territoriums den syrischen Regierungstruppen überlassen haben“, so der Experte.

Dass der IS, den viele für ein Projekt Washingtons halten, irgendwann sein gesamtes Territorium verliert, ist im Grunde eine Frage der Zeit. In Amerika ist diese Entscheidung offenbar grundsätzlich getroffen worden. Es ist jedoch fraglich, ob mit dem Weggang der Terroristen die Krise im Nahen Osten ein Ende findet oder ob neue Faktoren entstehen, die die Situation wieder anspannen werden.

 

Quelle: Sputnik Deutschland