Die Okkupation Manbidschs im Norden Syriens gehört nicht zu den Aufgaben der türkischen Armee, wie der türkische Präsident in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin in Moskau mitteilte. Offiziell wird in diesem Raum die Kurdenmiliz YPG und die Terrororganisation Islamischer Staat bekämpft.

„Heute gibt es einen Prozess in Manbidsch. Wie Sie wissen, wollen sowohl die Türkei als auch Russland mit den Koalitionskräften zusammenarbeiten. Als Resultat dieser Zusammenarbeit haben sich in Manbidsch die Herren dieses Territoriums niedergelassen – also die Einwohner der Stadt. Um diese Territorien nicht zu okkupieren, war unser Wille, dass die Einwohner sich dort selbst festsetzen“, so Erdogan.

Der türkische Präsident ist am Freitag zu einem Treffen mit Wladimir Putin im Kreml eingetroffen. Besprochen wurden die bilateralen Beziehungen sowie die Zusammenarbeit auf militärischer und wirtschaftlicher Ebene. Davor hatte der Ministerpräsident der Türkei, Binali Yıldırım, mittgeteilt, dass die Operation der türkischen Streitkräfte im syrischen Manbidsch aus Ankaras Sicht ohne die Abstimmung mit Russland und den USA keinen Sinn mache.
Nahe Manbidsch stehen derzeit die türkische Armee, syrische Regierungstruppen und Milizen der kurdischen Koalition eng beisammen.

Nach Angaben der britischen Zeitung „The Times“ sollen außerdem russische und amerikanische Soldaten zusammen in der Umgebung der Stadt patrouillieren, um rivalisierende kurdische und von der Türkei unterstütze Milizen von Kampfhandlungen abzuhalten und als eine Art „Puffer“ zu dienen.
Zuvor war berichtet worden, dass die türkische Armee am Mittwoch im Raum Manbidsch syrische Grenzsoldaten beschossen und mindestens acht von ihnen getötet haben soll. Den türkischen Angriff soll die Rebellengruppe „Freie Syrische Armee“ unterstützt haben.

Im Oktober hatte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu den von den USA unterstützten Kurdenmilizen in Manbidsch mit Angriffen gedroht, sollten sich diese nicht aus der Stadt zurückziehen.