Von dem bevorstehenden Treffen mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel erhofft US-Präsident Donald Trump Empfehlungen, wie er effektiv mit Russlands Präsident Wladimir Putin umgehen könne. Darüber schrieb die Zeitung „The New York Times“ (NYT) unter Verweis auf eigene Quellen am Freitag.

 

Matrjoschkas

 

US-Präsident Donald Trump und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel bereiten sich demnach aktiv auf ihre persönliche Begegnung im Weißen Haus vor. Insbesondere wolle Trump Merkel bitten, ihm ihre reichen Erfahrungen im Umgang mit Russlands Präsident Wladimir Putin zu übermitteln und gewisse Ratschläge zu geben, schreibt NYT, denn immerhin habe sie sich mit Putin in den letzten elf Jahren oft getroffen und kenne ihn besser als andere Spitzenpolitiker der Welt.

 

Merkel studiert der Zeitung zufolge indes sehr sorgfältig Trumps Reden, um sich ein Bild von seiner Denkweise zu machen. Die Bedrohung, die Russland für Europa darstelle, könne nach Erachten der NYT für beide Politiker die Basis für ihre Suche nach gemeinsamen Herangehensweisen werden. Als die wichtigsten strittigen Fragen hebt die Zeitung Deutschlands großes Handelsprofizit, die Probleme um die Finanzierung der Nato sowie den Kampf gegen die terroristische Gruppierung „Islamischer Staat“ (IS) hervor.

 

Merkel habe in der Öffentlichkeit jegliche Kritik Trumps vermieden, heißt es weiter, und erklärt, ihn nach seinen Taten zu beurteilen. Die Zeitung verweist darauf, dass es Merkel seinerzeit gelungen sei, produktive Beziehungen zu Präsident George W. Bush aufzubauen, der in Deutschland wegen des Irak-Krieges ebenso sehr unbeliebt gewesen sei. Was nun Trump betreffe, werde sie sich auf diese Erfahrung stützen können, so NYT.

 

Nach Trumps Inauguration habe Merkel erklärt, sie setze weiterhin auf eine enge Zusammenarbeit mit dem neuen US-Präsidenten:

 

„Ich glaube ganz fest daran, dass es uns allen am besten geht, wenn wir ein regelbasiertes, auf gemeinsamen Werten beruhendes, gemeinsames Agieren haben“, sagte die Kanzlerin nach Trumps Antrittsrede im Januar.

Dabei habe sie darauf verwiesen, dass dies vor allem für die internationale Wirtschaftsordnung, die internationale Handlungsordnung, die Verteidigung und für die Bündnisse gelte.

 

Trump habe sich seinerseits mehrfach kritisch über Merkels Tätigkeit geäußert. Noch vor seinem Amtsantritt habe er am 15. Januar erklärt, die deutsche Grenzöffnung in die Flüchtlingskrise sei ein «äußerst katastrophalen Fehler» gewesen. «All diese Illegalen ins Land zu lassen», sei ein «sehr schlimmer Fehler» gewesen, sagte Trump damals, betonte aber, „ich habe große Achtung vor Merkel“.

 

Die Nato habe Trump als obsolet charakterisiert, „weil sie sich nicht um den Terror gekümmert hat“. Ein Problem des Militärbündnisses seien die Beitragszahlungen. „Es gibt nur fünf Länder, die zahlen, was sie sollten. Fünf. Das ist nicht viel“, kritisierte er weiter. Merkel habe daraufhin diplomatisch geantwortet, dass sich das Schicksal der Europäer in deren eigenen Händen befinde, so das amerikanische Blatt.

 

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel will den neuen US-Präsidenten, Donald Trump, am 14. März in Washington treffen, wie in deutschen Regierungskreisen bestätigt wurde.

 

Quelle: Sputnik