Die Türkei hat der Europäischen Union erneut angedroht, den Flüchtlings-Deal zu kündigen, sollte Brüssel eine Liberalisierung des Visa-Regimes für die Bürger der Türkei ablehnen. Dies teilte die Agentur Reuters am Samstag mit.

In einem Interview mit dem TV-Sender CNN Turk hatte der türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu mitgeteilt, die Türkei beabsichtige, Brüssel das betreffende Dokument im endgültigen Wortlaut vorzulegen.

„Entweder wird es voll erfüllt, oder es wird ganz annulliert werden, darunter die Liberalisierung des Visa-Regimes und die Vereinbarung über die Migranten“, so Cavusoglu.

Am 18. März hatten Brüssel und Ankara einen Flüchtlingsdeal vereinbart. Die EU hatte der Türkei visafreies Reisen für ihre Bürger in die EU im Rahmen des Abkommens über die Rücknahme von Flüchtlingen angeboten. Laut den Vereinbarungen soll die Türkei illegale Flüchtlinge daran hindern, nach Europa weiterzureisen. Diejenigen, die es trotzdem nach Griechenland schaffen, werden zurückgebracht. Im Gegenzug muss die EU der Türkei drei Milliarden Euro für die Versorgung von Flüchtlingen bereitstellen und ihr syrische Migranten abnehmen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte der EU mit dem Austritt aus dieser Vereinbarung gedroht, sollte sie den Bürgern seines Landes kein visafreies Regime gewähren.

Europa erlebt die seit dem Zweiten Weltkrieg schlimmste Flüchtlingskrise, welche vor allem durch bewaffnete Konflikte und die schwere Wirtschaftslage in den Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas ausgelöst wurde.