Der Präsidentschaftskandidat der linksgerichteten Regierungspartei Alianza País in Ecuador, Lenín Moreno, will im Fall seines Sieges bei der Stichwahl am 2. April die Sozialversicherung für alle Bürgerinnen und Bürger öffnen. Zudem ging er mit dem Versprechen auf Unternehmer zu, staatliche Kredite zu vereinfachen.

via Amerika 21

Bei der Stichwahl stehen sich Moreno und Guillermo Lasso von der rechtsgerichteten Allianz CREO-SUMA gegenüber. In der ersten Runde erhielt Moreno 39,36 Prozent der Stimmen, Lasso erreichte 28,09 Prozent. Nun versuchen beide Kandidaten, neue Wählergruppen zu erschließen.

Moreno versprach jetzt die Einrichtung einer «Volksbank», die auch unkompliziert niedrig verzinste Kredite an Unternehmen vergeben soll. Der Aufbau eines solchen Kreditinstituts solle Einzelhändler und Selbstständige befähigen, ihre Geschäfte eigenständig zu entwickeln. Dies soll sich langfristig auch positiv auf die Arbeitsplatzsituation im Land auswirken.

Moreno versicherte, dass er hierfür zusammen mit sozialen Organisationen arbeiten wird, auch um die Marktsicherheit zu erhöhen. Der Kandidat der Alianza Pais hat ein soziales Handelsmodell vor Augen, das mit Hilfe des Staates errichten werden soll und dem bestehenden Modell des Nobelpreisträgers Muhammad Yunus in Bangladesch ähnelt. «Ich habe ein Versprechen gegeben: Eine Bank des Volkes zu errichten, die auf unkomplizierte Weise schnell und fristgerecht Mikrokredite ohne kurzfristige Zinsen ausgibt. Das Geld muss im Dienste des Volkes stehen”, so Moreno.

Als Teil des Wirtschaftsplanes einer möglichen Folgeregierung der Alianza País seien bereits jetzt mehr als zwei Milliarden US-Dollar für Kredite an Unternehmer der Volks- und Solidarischen Ökonomie eingeplant. Moreno konkretisierte: «Es wird 20.000 Kredite von bis zu 15.000 Dollar für 20 Jahre geben, um junges Unternehmertum zu fördern und eine Risikoabsicherung zu schaffen. Wir bauen auf die Jugend und hoffen, auf diese Weise rund 85.000 Arbeitsplätze zu schaffen.»

Zugleich sagte Moreno zu, die staatliche Sozialversicherung massiv auszubauen. Obgleich die derzeitige Regierung unter Präsident Rafael Correa viel erreicht habe, müsse das System für alle Arbeiter und Selbstständigen weiter entwickelt werden. Er habe bereits mit dem ecuadorianischen Institut für Sozialversicherung gesprochen und es würden Studien erstellt, wie dieses Vorhaben im Falle seines Wahlsieges umgesetzt werden kann. Es sei nicht möglich, noch länger zu warten. «Es sind bereits Menschen gestorben, weil sie keine Sozialversicherung hatten», so Moreno: «Alle Arbeiter müssen eine Sozialversicherung haben und die Regierung muss ihren Teil dazu beitragen.»

Метки по теме: