Für das Durchsickern der CIA-Geheimdaten, die später von der Enthüllungsplattform WikiLeaks veröffentlicht wurden, ist offenbar eine Gruppe unzufriedener Auftragnehmer des US-Geheimdienstes verantwortlich, wie die Zeitung „Wall Street Journal“ unter Berufung auf eigene Quellen berichtet.

Eine „digitale Spur“ führte demnach die Ermittler zu einem Team von Software-Entwicklern, die für die Engineering Development Group der CIA arbeiten sollen. Die Gruppe sei für die Entwicklung von Programmen zuständig, mit denen der US-Geheimdienst Smartphones, Computer und Fernseher geknackt haben soll.

Die US-Behörden hätten am vergangenen Donnerstag mehrere Mitarbeiter im Zusammenhang mit dem Leck befragt. Es sei bislang niemand verhaftet worden, die Ermittlungen gingen jedoch sehr schnell voran.
Mehr als ein Dutzend Firmen arbeiten dem Blatt zufolge für die CIA an Hacker-Projekten, der Großteil davon im US-Bundesstaat Virginia. Dabei seien externe Auftragnehmer für diese Arbeit extrem wichtig. In den letzten Monaten habe es Gerüchte über Streitigkeiten in dem kleinen Kreis der CIA-Auftragnehmer gegeben. So soll einer Gruppe von Programmierern, die im Ausland für die CIA tätig waren, neue Jobs in den USA in Aussicht gestellt worden sein. Später seien diese Stellen jedoch gestrichen worden.

„Es gab intern sicher verärgerte Menschen“, zitiert das Blatt eine Person, die anonym bleiben wollte. Zuvor war berichtet worden, dass die US-Bundespolizei FBI sich auf eine massive „Maulwurf“-Jagd vorbereite, um die Quelle des Lecks festzustellen. Am Dienstag hatte WikiLeaks die bislang größte Enthüllung von CIA-Geheimdaten mit dem Codenamen „Vault-7“ gestartet. Schon allein der erste Teil der Daten unter dem Namen „Year Zero“ enthält 8761 Dokumente aus einem isolierten Hochsicherheits-Netzwerk des Geheimdienstes.
Die neue Veröffentlichung soll einen Überblick über das geheime Hacking-Arsenal der CIA – Schadsoftware, Viren, Trojaner – und das gezielte Ausnutzen von Schwachstellen in Systemen (sogenannte Zero-Day-Exploits) geben. Mit diesen Mitteln könnten WikiLeaks zufolge iPhones von Apple, Android-Geräte von Google, Windows-Rechner und sogar Fernseher angegriffen werden.