Nach dem Auftrittsverbot für seine Minister in den Niederlanden hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan der Regierung in Den Haag vorgeworfen, die Beziehungen zu Ankara dem Wahlkampf geopfert zu haben, und mit Konsequenzen gedroht. In den Niederlanden stehen am 15. März Parlamentswahlen an.

 

„Wenn Ihr die türkisch-niederländischen Beziehungen den Wahlen opfert, werdet Ihr den Preis dafür bezahlen“, sagte der türkische Staatschef nach Angaben der Zeitung „Hurriyet“.

Der Streit zwischen den Niederlanden und der Türkei um verhinderte Wahlkampfauftritte türkischer Politiker in Rotterdam war in der Nacht zum Sonntag eskaliert. Die türkische Familienministerin Fatma Betül Sayan Kaya, die per Auto aus Deutschland nach Rotterdam angereist war, wurde von der niederländischen Polizei blockiert und dann auch aus dem Land eskortiert. Davor hatten die niederländischen Behörden dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu die Landung verweigert.

 

Später teilte das türkische Außenministerium dem zurzeit sich außerhalb der Türkei befindenden niederländischen Botschafter in Ankara mit, seine Rückkehr aus dem Urlaub sei unerwünscht, und untersagte ihm vorläufig die Wiederaufnahme seiner Arbeit. Der türkische Regierungschef Binali Yildirim stellte den Niederlanden zudem schwerwiegende Konsequenzen in Aussicht.

Zuvor bereits hatten Gaggenau und Köln türkische Wahlkampfauftritte aus Sicherheitsbedenken abgesagt.

Quelle: Sputnik