Der Brexit-Wortführer und frühere Vorsitzende der EU-kritischen UKIP-Partei, der britische Europaabgeordnete Nigel Farage, hat einmal mehr mit deutlicher Kritik an der EU für Schlagzeilen gesorgt. In einem Interview mit dem Schweizer „Tagesanzeiger“ erklärte Farage jetzt:

 

 

„Die EU ist ohne Zustimmung der Völker gegründet worden, sie funktioniert ökonomisch und politisch nicht.“ Er hoffe zudem, daß der Brexit nur ein erster Schritt zu einem anderen Europa sei: „einem Europa unabhängiger Staaten”.

 

Nach Farages Einschätzung würde ein Votum für den Brexit heute noch viel höher ausfallen als bei der Abstimmung im vergangenen Jahr. Warnungen zahlreicher internationaler Ökonomen, wonach der Brexit katastrophale wirtschaftliche Auswirkungen für Großbritannien hätte, nehme er jedenfalls nicht ernst. Im Gegenteil: „Wir sind längst daran gewöhnt, daß sich absolut nutzlose Ökonomen in allem, aber wirklich in allem irren. Diese Idioten sagten, die britische Wirtschaft würde nach einem Brexit in den Abgrund stürzen. Nichts davon ist geschehen”, sagte Farage.

Als Alternative zur maroden und ineffizienten EU schwebt dem prominenten EU-Kritiker ein Europa unabhängiger Staaten vor: „Ich trete für einen eigenständigen demokratischen Staat ein, nicht für ein internationales Gebilde wie die EU, das die nationale Souveränität einschränkt.” Auch die angebliche Vision eines Europas, das dank der EU geschlossen auftritt und gegenüber den USA, Rußland oder China für seine Interessen kämpfe, sei nur „ein Mythos”. Vielmehr sei die EU lediglich ein Macht-und kein Friedensprojekt. „Wir hatten vor rund 20 Jahren den Jugoslawienkrieg, den die EU eher angeheizt als verhindert hat. Die EU hat versucht, sich in die Ukraine auszubreiten, was zu kriegerischen Auseinandersetzungen mit Rußland geführt hat. Und nun spricht man davon, eine europäische Armee zu gründen und Nuklearwaffen anzuschaffen”, kritisierte Farage.

Als großes Vorbild für Europa nannte Farage die Schweiz – die Eidgenossenschaft beweise, daß man auch ohne EU prosperieren könne. Und: „Die Schweiz ist für uns beispielhaft, weil sie ihre Außenbeziehungen auf bilaterale Verträge mit anderen Ländern abstützt.”

Auf für den neuen US-Präsidenten Donald Trump fand Farage im „Tagesanzeiger“ warme Worte: „Er ist ein persönlicher Freund. Seine Marschrichtung stimmt. Was mich beeindruckt, ist sein unbändiger Wille, seine Versprechen gegenüber dem amerikanischen Volk einzulösen. Das ist bewundernswert.”

 

Quelle: Zuerst!