Der Versuch des Piloten, die Tu-154 der russischen Verteidigungsbehörde nach dem Start in Sotschi in Richtung Syrien auf dem Wasser zu landen, soll im Dezember 2016 zu dem Flugzeugunglück vor der Küste von Sotschi geführt haben.

Zu dieser Schlussfolgerung ist jetzt laut Medienberichten die russische Untersuchungskommission gelangt.

Wie die russische Zeitung „Kommersant“ schreibt, hat die Untersuchung der vom Flugschreiber aufgezeichneten Flugparameter und eine 3D-Modellierung des Fluges der nach dem Start vom Flughafen Adler abgestürzten Tu-154 gezeigt, dass die Maschine nicht, wie früher vermutet, einfach ins Meer gestürzt sei. Sie soll nicht an Geschwindigkeit verloren, nicht ins Trudeln geraten sein, der Flug soll im normalen Regime verlaufen sein, heißt es.
Eine Untersuchung der Flugdaten habe ergeben, dass die Tu-154 nach dem Abheben von der Startpiste bei 360 bis 370 Kilometern pro Stunde eine Höhe von 250 Metern erreichte, wonach der Flugkapitän Roman Wolkow aus unbekanntem Grunde zum Landeregime übergegangen war. Das Flugzeug sei daraufhin zehn Sekunden lang unter Kontrolle des Flugkapitäns im Sinkflug gewesen, aufs Wasser aufgeschlagen und dabei zerschellt.

Eine Version erkläre dieses seltsame Verhalten des Piloten mit einer möglichen räumlichen Desorientierung. Wolkow habe die Geräteanzeigen ignorieren und mehr seinen physiologischen Empfindungen vertrauen können, wobei er sich nach den Sternen orientiert haben könne, die oben wie unten — als Widerspiegelung auf dem Wasser — zu sehen waren. Die dabei einsetzende Überbelastung habe bei ihm die Illusion eines Steigfluges wecken können, als sich das Flugzeug bereits wieder im Sinkflug befand.
Am frühen Morgen des 25. Dezembers 2016 war eine Tu-154 des russischen Verteidigungsministeriums sieben Minuten nach dem Start vom Flughafen Adler bei Sotschi, wo die Maschine auf dem Flug von Moskau nach Syrien zum Nachtanken zwischengelandet war, aus bisher ungeklärter Ursache ins Schwarze Meer gestürzt. An Bord befanden sich acht Besatzungsmitglieder und 84 Passagiere: Unter ihnen waren Sänger, Solisten, Musiker und Tänzer des weltberühmten Alexandrow-Ensembles, drei TV-Filmteams mit insgesamt neun Journalisten sowie die weltweit engagierte Ärztin und Leiterin der Wohltätigkeitsstiftung „Gerechte Hilfe“, Jelisaweta Glinka, auch bekannt als „Doktor Lisa“.

Quelle: Sputnik / RIA Novosti / Kommersant

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