Navy Seals. Bild: Flickr / Marcus Södervall CC BY-ND 2.0

Die US-Regierung unter Donald Trump plant angeblich einen Regime-Change in Nordkorea. Spezialeinheiten sollen bald dafür in Südkorea trainieren, schreibt Chefredakteur Marco Maier vom Contra Magazin.

 

Von Marco Maier auf Contra Magazin

Laut dem «Wall Street Journal» erwägt man derzeit im Weißen Haus sowohl eine Militäroperation als auch einen Regime-Change in Nordkorea. Damit wolle man auf die «Bedrohung durch Atomwaffen» reagieren, die von dem ostasiatischen Land ausgeht. Die Drohung wurde nur kurz nach dem Test ballistischer Raketen durch das nordkoreanische Militär gemacht.In Südkorea geht man inzwischen schon davon aus, dass ein US-geführter Regime-Change im Norden des geteilten Landes «früher als erwartet» kommen würde. Demnach sollen US-amerikanische Special Operation Forces an gemeinsamen Militärübungen teilnehmen, um «im Falle eines Konflikts die nordkoreanische Führung außer Gefecht zu setzen», wie ein südkoreanischer Militärvertreter laut Journalist Maier sagte.

So soll laut der Japan Times noch in dieser Woche die Special Warfare Development Group der U.S. Navy, besser bekannt als SEAL Team 6, für solche Übungen in Südkorea eintreffen und dabei auch in einer Simulation üben, «den nordkoreanischen Führer Kim Jong-Un zu entfernen», wie das südkoreanische Verteidigungsministerium mitteilte.So werden neben dem SEAL Team 6 auch die Army Rangers, die Delta Force und die Green Berets an der jährlichen «Foal Eagle and Key Resolve»-Übung teilnehmen, die in diesem Jahr von rund 290.000 südkoreanischen und 10.000 US-amerikanischen Soldaten durchgeführt wird. Das SEAL Team 6 soll ja auch an der angeblichen Tötung von Osama bin Laden im Mai 2011 beteiligt gewesen sein, die als «Operation Neptune Spear» bekannt wurde. Nun nimmt sie zum ersten mal an den gemeinsamen Übungen der Südkoreaner und US-Amerikaner teil. Man kann über Kim Jong-Un denken was man will, aber offenbar scheint Donald Trump sein Wahlkampfversprechen nicht einlösen zu wollen, keine Regime-Changes durchführen zu lassen. Vielleicht hängt das auch damit zusammen, dass bereits in wenigen Tagen die Schuldenobergrenze (welche vorübergehend ausgesetzt wurde) wieder in Kraft tritt und dann die US-Regierung mit den laufenden Einnahmen auskommen muss, weil das Finanzministerium dann keine neuen Staatsanleihen ausgeben und keine neuen Kredite aufnehmen darf. Zur Not gibt es eben einen neuen Krieg und gegebenenfalls eben einen Ausnahmezustand, schreibt Maier.