Die Türkei ist laut ihrem Außenminister Mevlüt Cavusoglu besorgt über den schlechten Zustand der Europäischen Union.

„Ich habe Europa im vergangenen Jahr besucht, warum haben sie nun meine Reise 2017 gestrichen? Europa kehrt in die Zeiten vor dem Zweiten Weltkrieg zurück“, wird der türkische Minister von der Agentur Anadolu zitiert.

Es sei zu bedauern, dass die Hauptparteien in den europäischen Ländern in den letzten fünf bis sieben Jahren immer öfter rassistische Ansichten verträten.

Der Minister warf der EU außerdem Doppelstandards im Umgang mit der Türkei vor. „Einige europäische Politiker, die bei einem Telefonat mit mir sagten, sie würden sich für die Niederlande schämen, unterstützten das Land dann später“, so Cavusoglu. „Wissen Sie warum? Aus Angst! Wir wissen natürlich, dass sie die Türkei beneiden und gleichzeitig fürchten. Andererseits glauben sie, es sei notwendig, sich zu vereinigen und keinen Zerfall zuzulassen“, führte der Minister fort.

Trotz aller Bemühungen werde die EU „auseinanderfallen“, so der Minister laut Anadolu.

Die europäischen Länder vereinigten gewisse Werte, so Cavusoglu weiter, die nun allerdings „einer nach dem anderen verschwinden“. „Europas Zukunft wird gar nicht erfreulich sein“, schloss er.

 

Am Samstag war dem Flugzeug des türkischen Außenministers Mevlüt Cavusoglu die Landeerlaubnis in den Niederlanden verwehrt worden. Er hätte dort bei einem Aufritt die in den Niederlanden lebenden Türken über das bevorstehende Referendum über eine Verfassungsänderung in der Türkei informieren sollen.

Der Minister erklärte später, Ankara wolle abwarten, ob Europa den „faschistischen Akt“ von Seiten der Niederlande verurteilen werde oder nicht. Medienberichten zufolge soll der Ministerpräsident des Königreiches, Mark Rutte, am Rande einer Wahlkampfveranstaltung in Den Haag gesagt haben, „es steht außer Frage, dass es eine Entschuldigung gibt“.